Sie befinden sich hier: Startseite » Aktuell » Aktuelle Nachrichten und Themen » Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung: Übergangslösung zu Muster 39
Arzneimittelinitiative
Datenschutzrecht
elektronische Abwesenheitsmeldung

Ihre Ansprechpartner

Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung: Übergangslösung zu Muster 39

18.03.2020


Mit dem Start des Programms zur organisierten Krebsfrüherkennung des Zervixkarzinoms am 1. Januar 2020 wurde auch das Muster 39 („Krebs-früherkennung Zervix-Karzinom“) neu gefasst (vgl. KVS-Mitteilungen – Ausgabe 12/2019), um neben der Zytologie auch den Auftrag für den Ko-Test abbilden zu können.

Über das neue Muster 39 (Stand: 01.2020) wurde auch im „Deutschen Ärzte-blatt“, Jg. 116, Heft 51-52, vom 23. Dezember 2019 informiert (52. Änderung der Vereinbarung über Vordrucke für die vertragsärztliche Versorgung – Anlage 2 BMV-Ä).

Bisher bildet das Formular allerdings nur die Beauftragung von Leistungen im Rahmen des Primärscreenings ab, nicht aber die Leistungen zur Abklärungsdiagnostik auffälliger Befunde. Aus diesem Grund ist perspektivisch geplant, das Muster entsprechend anzupassen.

Übergangslösung zur Nutzung von Muster 39

Um möglichst wenig Aufwand in den betroffenen Praxen und bei den IT-Herstellern zu erzeugen, ist die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) bestrebt, die Frequenz von Änderungen von Mustern gering zu halten. Daher haben die Partner des Bundesmantelvertrags-Ärzte (BMV-Ä) eine Übergangsregelung beschlossen, nach der ab dem 1. März 2020 die für die differenzierte (Teil-)Beauftragung von Primärscreening oder Abklärung erforderlichen Informationen nach vereinbarten Codes in der ersten Zeile des Freitextfeldes „Gyn. Diagnose“ abgebildet werden können. Hierzu wurden in den Vordruckerläuterungen der Anlage 2 BMV-Ä folgende bundeseinheitliche Codes vereinbart:

P-HPVnur HPV-Test im Primärscreening
P-Zytonur zytologische Untersuchung im Primärscreening
P-KoTestKo-Test im Primärscreening
A-HPVnur HPV-Test in der Abklärung
A-Zytonur zytologische Untersuchung in der Abklärung
A-KoTestKo-Test in der Abklärung


Damit ist im Rahmen einer Übergangslösung eine eindeutige Beauftragung möglich.

Weiteres Vorgehen

Im 3. oder 4. Quartal 2020 soll in den Praxen die Dokumentationsverpflichtung für die Programmevaluation beginnen. Die dafür notwendigen Spezifikationen des Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTiG) müssen dann ebenfalls in den PVS-Systemen abgebildet werden. Die KBV bemüht sich gemeinsam mit dem IQTiG, ein Mapping der Parameter von Muster 39 und Dokumentation für die Programmevalutation sicherzustellen, um in der Praxis Doppeleingaben zu vermeiden. In diesem Zusammenhang ergeben sich möglicherweise Hinweise, die weitere Anpassungen des Musters sinnvoll erscheinen lassen könnten.

Daher sollen in den kommenden Monaten sowohl Erfahrungen aus der Nutzung des neuen Musters 39 als auch auch Erfahrungen aus der Umsetzung der Evaluation gesammelt werden. Auf dieser Grundlage wird die KBV in Abstimmung mit den betroffenen Berufsverbänden und gemeinsam mit dem GKV-Spitzenverband das Muster 39 überarbeiten und an die Bedarfe anpassen. Es ist geplant, die überarbeitete Fassung im Laufe des Jahres 2021 in Kraft zu setzten. Über die weiteren Schritte wird die KBV informieren.

Praxisinformation angepasst

Die KBV hat die Praxisinformation zur Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung um die bundeseinheitlichen Codes für die Nutzung von Muster 39 ergänzt und das aktualisierte Dokument auf ihrer Internetseite bereitgestellt:

https://www.kbv.de/html/praxisinformationen.php

Weitere Informationen zum Muster 39 können der Rechtsquellensammlung der KBV

https://www.kbv.de/html/bundesmantelvertrag.php

Anlage 2 BMV-Ä, 54. Änderung der Vereinbarung über Vordrucke für die vertragsärztliche Versorgung, in Kraft mit Wirkung zum 01.03.2020, entnommen werden.

                                           – Hauptabteilung Vertragspartner und Honorarverteilung/mey –