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Früherkennung von Zervixkarzinomen

05.03.2020

Am 01.01.2020 ist das organisierte Programm zur Früherkennung von Zervixkarzinomen gestartet. Die Grundlage dafür bildet die Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL).

Die wesentlichen Neuregelungen hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hierzu in einer Praxisinformation „Praxisinfo: Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung – neues organisiertes Programm ab Januar 2020 (Stand: 30.01.2020)“ zusammengefasst.

So sind zur Teilnahme am organisierten Programm zur Früherkennung von Zervixkarzinomen gesetzlich krankenversicherte Frauen ab dem Alter von 20 Jahren berechtigt. Im Alter von 20 bis 34 Jahren können Frauen jährlich das zytologiebasierte Zervixkarzinomscreening in Anspruch nehmen. Ab dem Alter von 35 Jahren können Frauen im Abstand von drei Kalenderjahren ein kombiniertes Zervixkarzinomscreening, bestehend aus zytologischer Untersuchung und HPV-Test in Anspruch nehmen. Eine Altersobergrenze gibt es nicht.

Frauen im Alter von 20 bis 65 Jahren werden alle fünf Jahre von ihrer Krankenkasse angeschrieben und über das Programm informiert.

Die Patientinnen haben bei auffälligen Befunden einen Anspruch auf Abklärungsdiagnostik. Die Algorithmen zur Abklärung sind in der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme festgelegt und richten sich nach den jeweiligen Befunden des Primärscreenings.

Auch bei einem auffälligen Vorbefund aus dem Jahr 2019 ist dieser anhand des aktuellen Abklä-rungsalgorithmus einzuordnen und entsprechend weiter abzuklären.

Eine tabellarische Übersicht über die Algorithmen zur Abklärung und die Münchner Nomenklatur befindet sich im nachfolgenden Download.

Zur Abrechnung der Leistungen des Primärscreenings wurden in den Einheitlichen Bewertungs-maßstab (EBM) die Gebührenordnungspositionen (GOP) 01761 (Untersuchung zur Früherken-nung des Zervixkarzinoms einschließlich Abstrichnahme), 01762 (Zytologische Untersuchung) und 01763 (Nachweis von Humanen Papillom-Viren) aufgenommen. Zur Abklärung auffälliger Befunde sind die GOP 01764 (Abklärungsdiagnostik), 01765 (Abklärungskolposkopie; genehmi-gungspflichtig), 01766 (Zytologische Untersuchung), 01767 (Nachweis von Humanen Papillom-Viren) und 01768 (Histologie bei Abklärungskolposkopie) berechnungsfähig. Näheres zu den neuen GOP sind in der eingangs erwähnten Praxisinformation zu finden sowie in der Veröffentli-chung der KV Sachsen vom 23.12.2019 auf der Internetpräsenz unter der Rubrik Aktuell.

Neben dem organisierten Programm zur Früherkennung von Zervixkarzinomen besteht weiterhin der Anspruch auf eine gynäkologische Krebsfrüherkennungsuntersuchung nach der Krebsfrüherkennungsrichtlinie (KFE-RL), jedoch ohne Zytologie und HPV-Test (Ko-Test). Für die Abrechnung einer durchgeführten Krebsfrüherkennungsuntersuchung nach KFE-RL sieht der EBM die GOP 01760 vor. Die Früherkennung kann einmal jährlich in Anspruch genommen werden, sofern in demselben Kalenderjahr keine Früherkennung nach der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme zum Zervixkarzinom durchgeführt wurde.

Einen jährlichen Anspruch auf diese Untersuchung haben Frauen ab dem Alter von 35 Jahren in den zwei Jahren zwischen dem Ko-Test des Zervixkarzinomscreenings und Frauen bei denen  Leistungen nach dem Früherkennungsprogramm Zervixkarzinom der oKFE-RL nicht durchgeführt werden können (z.B. nach totaler Hysterektomie oder bei Ablehnung des Screenings auf Zervixkarzinom).

Zu beachten ist dabei der im EBM festgelegte Abrechnungsausschluss im Krankheitsfall neben der GOP 01761. Darüber hinaus ist die Entnahme von Zellmaterial von der Portio-Oberfläche im Rahmen der Empfängnisregelung nach GOP 01825 in diesen Fällen trotzdem abrechnungsfähig.

Informationen
KBV-Themenseite „Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung“
www.kbv.de > Themen A-Z > Buchstabe P > Prävention > Gebärmutterhals-Früherkennung



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