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Auswertung der DMP-Arztfeedbackberichte 2010

Die DMP-Arztfeedbackberichte des 1. und 2. Halbjahres 2010 wurden durch die Gemeinsame Einrichtung, bezogen auf die Ergebnisse aller sächsischen Ärzte, aus­gewertet. Ihre persönliche Auswertung (jeweils im Vergleich zum Durchschnitt in Sachsen) können Sie Ihren Arztfeedbackberichten entnehmen.

Sachsenweit wurde z.B. das Ziel, dass mindestens 55 % der DMP-Patienten ihren individuellen HbA1c-Wert erreichen, erfüllt. Hier lag der Wert mit 60 % knapp darüber.

Beim Asthma wurde das Ziel, dass bei einer Dauermedikation inhalative Glukokortikoide zum Einsatz kommen, bei 91 % der eingeschriebenen DMP-Patienten erreicht. Der Zielwert lag bei mindestens 90 %.

Es wurden einige Ziele aber auch nicht erreicht. Dabei waren vor allem die Indikationen Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 und Asthma bronchiale auffällig, auf die wir im Folgenden näher eingehen werden.

Die Qualitätsziele werden durch die Risikostruktur-Ausgleichsverordnung (RSAV) als gesetzliche Grundlage der DMP-Verträge vorgegeben. Sie sind jeweils in der Anlage Qualitätssicherung des jeweiligen DMP-Vertrages verankert.

In Auswertung der Ergebnisse geht die Gemeinsame Einrichtung davon aus, dass einige Zielwerte nicht erreicht werden konnten, da ggf. die Anforderungen an die einzelnen Dokumentationsfelder noch missverständlich sind.

Daher möchten wir Ihnen nachfolgend einige Hinweise geben, welche Auswirkungen Ihre Angaben in den DMP-Dokumentationen auf die Auswertung dieser Qualitätsziele haben.

Bitte beachten Sie beim Ausfüllen Ihrer nächsten Dokumentationsbögen unsere folgenden Hinweise zur korrekten Dokumentation einzelner Qualitätsziele.

Asthma-Selbstmanagementplan

Gemäß RSAV-Vorgaben soll für 70% der eingeschriebenen DMP-Patienten jährlich ein Asthma-Selbstmanagementplan erstellt werden. Dieser Plan beinhaltet die medikamentöse Therapie sowie einen individuellen Notfallplan.

Im Ergebnis der Auswertung der Arztfeedbackberichte des Jahres 2010 erhielten nur 44 % (1. Halbjahr 2010) bzw. 46 % (2. Halbjahr 2010) der Patienten lt. ausgewerteten Dokumentationsdaten einen solchen Selbstmanagementplan.

Bitte beachten Sie daher folgende Hinweise für die DMP Asthma und COPD:

– Für die weitere Behandlung sollen Sie gemeinsam mit Ihrem Patienten jährlich einen Behandlungsplan erstellen und Therapieziele vereinbaren.

– Auch wenn Sie in einem bestehenden Selbstmanagementplan eines Patienten keine Veränderungen vornehmen müssen, so dokumentieren Sie jeweils in der DMP-Dokumentation unter „Schriftlicher Selbstmanagementplan“ mit der Angabe „Ja“.

– Dokumentiert der Hausarzt, so ist ggf. beim Facharzt zu erfragen, ob dieser einen solchen Selbstmanagementplan mit dem Patienten erstellt hat. Dies ist dann entsprechend zu dokumentieren.

– Der Selbstmanagementplan kann im Internet herunter geladen werden: www.zi-dmp.de > Dokumente > Formales > Infoflyer – Asthma-Selbstmanagementplan

Asthma bronchiale und COPD – orale Glukokortikoide erfordern Überweisung an Facharzt

Gemäß RSAV sollen bei Beginn der Verordnung von systemischen Glukokortikoiden als Dauertherapie mindestens 90% der DMP-Patienten zum Facharzt überwiesen werden.

Die Zielwerte dieser Qualitätsmaßnahme sind ebenfalls in der Anlage Qualitätssicherung der DMP-Verträge geregelt und werden dementsprechend in den Arztfeedbackberichten ausgewertet. Hierbei wird speziell der Anteil der Patienten ermittelt, welcher bei einer erstmaligen Gabe von systemischen Glukokortikosterioden über einen Zeitraum von zwei aufeinanderfolgenden Dokumentationen zum Facharzt überwiesen wird.

Im Ergebnis der Auswertung der Asthma-Arztfeedbackberichte des Jahres 2010 wurde lediglich für 7 % (1. Halbjahr 2010) bzw. 11 % (2. Halbjahr 2010) der Asthma-Patienten eine entsprechende Überweisung an den Facharzt dokumentiert.

Bitte beachten Sie daher folgende Hinweise für die DMP Asthma und COPD:

– Wenn Sie selbst als Facharzt auch der dokumentierende Arzt sind, geben Sie bitte trotzdem bei dem Dokumentationsfeld „Asthmabezogene Über- bzw. Einweisung veranlasst“ die Angabe „Ja“ an (da keine unmittelbare Eigenüberweisung abgefragt wird).

– Beachten Sie den Übergang von Bedarfstherapie zu Dauertherapie mit oralen Steroiden und dokumentieren Sie korrekt.

– Eine Dauertherapie entsprechend dem definierten Qualitätsziel beginnt, wenn in zwei Dokumentationen hintereinander das Dokumentationsfeld „systemische Glukokortikosteroide“ angegeben wurde.

Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 – Überweisung bei auffälligem Fuß an spezialisierte Einrichtung

Gemäß RSAV sollen mindestens 75% der eingeschriebenen DMP-Patienten mit auffälligem Fußstatus und Wagner-Armstrong-Stadium ab 2/C an eine auf die Behandlung des diabetischen Fußes spezialisierte Einrichtung/Arzt überwiesen werden.

Im Ergebnis wurde nur bei 31 % (Typ 2; 1. und 2. Halbjahr 2010) und 7 % (Typ 1, 1. Halbjahr 2010) bzw. 15 % (Typ 1; 2. Halbjahr 2010)) der Patienten eine entsprechende Überweisung dokumentiert.

Die Auswertung der Arztfeedback-berichte greift hier alle Patienten auf, bei denen

– der Fußstatus „auffällig“ dokumentiert ist und

– das Wagner-Armstrong-Stadium ab 2/C angegeben wurde und

– in der Behandlungsplanung keine diabetesbezogene Über- bzw. Einweisung „zur qualifizierten Einrichtung für das diabet. Fußsyndrom“ gekennzeichnet wurde.

Bitte beachten Sie daher folgende Hinweise für die DMP Diabetes mellitus Typ 1 und 2:

– Ab dem Wagner-Armstrong-Stadium ab 2/C überweisen Sie stets an eine auf die Behandlung des diabetischen Fußes spezialisierte Einrichtung/Arzt!

– Geben Sie in jeder neuen Dokumentation erneut an, dass eine Überweisung an eine „qualifizierte Einrichtung für das diabetische Fußsyndrom“ veranlasst wurde, auch wenn der Patient sich dort bereits in einer Behandlung befindet.

– Wenn Sie selbst als (auf die Behandlung des diabetischen Fußes spezialisierter) Facharzt auch der dokumentierende Arzt sind, geben Sie bitte trotzdem die entsprechenden Angaben im Dokumentationsfeld an (da keine unmittelbare „Eigenüberweisung“ abgefragt wird).

– Qualitätssicherung/dae –

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Wegfall der Unterschrift für Erstdokumentationen im DMP–

Mit dem Inkrafttreten des GKV-Versorgungsstrukturgesetzes zum 1. Januar 2012 wurde festgelegt, dass die Unterschrift des Arztes für Erstdokumentationen nicht mehr erforderlich ist.

Die DMP-Datenstelle systemform MediaCard GmbH wird daher ab 23. Mai 2012 den Versand der Versandlisten für Erst­dokumentationen einstellen.

Sie erhalten aber weiterhin monatlich eine Rückinformation der DMP-Datenstelle in Form der ARZTINFORMATION. Diese beinhaltet eine komplette Übersicht aller Dokumentationen, welche von Ihrer Praxis im Vormonat bei der Datenstelle eingegangenen sind.

– Qualitätssicherung/dae ––

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