Hilfeleistungen durch qualifizierte nichtärztliche Praxisassistenten (EBM-Abschnitt 38.3)

Rechtsgrundlage

Beschlüsse des Bewertungsausschusses nach § 87 Abs. 1 Satz 1 SGB V am 22.06.2016 und 21.06.2017, EBM-Abschnitt 38.3

Abrechnungsfähige Leistungen

Gebührenordnungspositionen (GOP) 38200, 38202, 38205 und 38207.

Antragsberechtigung

Hausärzte (GOP 38200 und 38205) und Fachärzte (GOP 38200, 38202, 38205 und 38207) nach der Nr. 2 der Präambel 38.1 EBM

Anforderungen

Personelle Anforderungen:

Die/der nichtärztliche Praxisassistent/in muss für mindestens 20 Stunden wöchentlich in der Arztpraxis angestellt sein.

Fachliche Anforderungen an die Praxisassistenz:

  • 1. qualifizierter Berufsabschluss
    gemäß der Verordnung über die Berufsausbildung zur Medizinischen Fachangestellten/Arzthelferin
    ODER
    gemäß dem Krankenpflegegesetz
    (zulässig: MFA, Arzthelfer(in), Gesundheits-/Krankenpfleger, Krankenschwester/Krankenpfleger, Altenpfleger(in) mit staatl. Anerkennung, Krippenerzieher DDR)

UND

  • 2. eine nach dem qualifizierten Berufsabschluss mindestens dreijährige Berufserfahrung in einer Praxis eines Vertragsarztes, wobei Folgendes gilt:

    Wird die Genehmigung von einem Hausarzt beantragt, so muss die 3-jährige Berufserfahrung vollständig in einer  hausärztlichen Arztpraxis erfolgen.

    Wird die Genehmigung von einem Facharzt beantragt, müssen mindestens 18 Monate der 3-jährigen Berufserfahrung in einer fachärztlichen Arztpraxis absolviert werden. Die restliche Zeit der 3-jährigen Berufserfahrung kann dann entweder im haus- und/oder fachärztlichen Bereich erfolgen. Allerdings wird aktuell empfohlen einen Teil der Berufserfahrung auch im hausärztlichen Bereich zu absolvieren, da das gegenwärtige Fortbildungscurriculum der Bundesärztekammer primär für den hausärztlichen Bereich ausgelegt ist und dementsprechend die Prüfung durch die Sächsische Landesärztekammer vorgenommen wird.

UND

  • 3. Zusatzqualifikation zum nicht-ärztlichen Praxisassistenten gemäß § 7 der Delegations-Vereinbarung (Anlage 8 BMV-Ä)

    Die Zusatzqualifikation muss durch eine erfolgreiche Lernerfolgskontrolle nachgewiesen werden. Das Qualifikationsangebot muss von der Ärztekammer anerkannt sein.

    Übergangsregelung: Die Genehmigung ist auch zu erteilen, wenn nachgewiesen wird, dass die Fortbildung bereits begonnen wurde bzw. dass eine Anmeldung zur Fortbildung vorliegt. In diesen Fällen wird die Genehmigung bis zum voraussichtlichen Abschluss der Fortbildung befristet, längstens jedoch für vier Quartale. Die Übergangsregelung gilt bis zum 31. Dezember 2018.

UND

  • 4. Zusatzqualifikation Notfallmanagement

    Ein 20-stündiger Kurs über Notfall-management soll insbesondere auf Notfälle in der Häuslichkeit der Patienten, in Alten- oder Pflegeheimen oder in anderen beschützenden Einrichtungen eingehen. Der Kurs ist alle drei Jahre zu wiederholen.

UND

  • 5. Nachweis über die Begleitung von 20 Hausbesuchen zur Verrichtung medizinisch notwendiger delegierbarer Leistungen in Alten- oder Pflegeheimen oder in anderen beschützenden Einrichtungen bei einem Arzt gemäß Nr. 2 der Präambel 38.3.

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Grundsätzliche Einschränkungen

Eine Nebeneinanderberechnung der GOP 38200 und 38205 und der GOP 03062 bzw. 03063 (NäPa-Besuche im Kapitel 3 EBM) am Behandlungstag ist ausgeschlossen.

Die GOP 38200, 38202, 38205 und 38207 können nur in Fällen berechnet werden, in denen eine Versichertenpauschale oder Grundpauschale berechnet wurde.

  • Die Genehmigung kann grundsätzlich nicht rückwirkend erteilt werden.

 

 

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