Molekulargenetik

Rechtsgrundlage

Vereinbarung von Qualitätssicherungsmaßnahmen nach § 135 Abs. 2 SGB V zur Erbringung von molekulargenetischen Untersuchungen bei monogenen Erkrankungen (Qualitätssicherungsvereinbarung Molekulargenetik)

Abrechnungsfähige Leistungen nach EBM

Gebührenordnungspositionen des Kapitel 11.4.2 des EBM (Indikationsbezogene genetische in-vitro-Diagnostik monogener Erkrankungen)

Antragsberechtigt

niedergelassene, angestellte und ermächtigte Fachärzte

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Anforderungen

Fachliche Anforderungen

  • Facharzt für Humangenetik
  • Facharzt für Laboratoriumsmedizin
  • Arzt mit Zusatzbezeichnung „Medizinische Genetik“
  • Ermächtigter Fachwissenschaftler der Medizin
  • Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie
  • Facharzt für Transfusionsmedizin

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Räumliche und apparativ-technische Voraussetzungen

  • Vorhaltung eines vorschriftsmäßigen und den Laborhygienevorschriften entsprechenden Arbeitsplatzes bzw. eines entsprechenden Labors

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Organisatorische Voraussetzungen

Zur Einhaltung der organisatorischen Voraussetzungen sind die Anforderungen gemäß § 4 der QS-Vereinbarung zu erfüllen:

  • Dem verantwortlichen Arzt wird ein Verzeichnis der molekulargenetischen Leistungen und schriftlichen Anweisungen für die fachgerechte Entnahme und Behandlung von Untersuchungsmaterial zur Verfügung gestellt.
  • Eine strukturierte Zusammenarbeit mit dem verantwortlichen Arzt wird durch die Bereitstellung indikationsbezogener Auftragshinweise nach Anlage 1 der QS-Vereinbarung gewährleistet.

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Qualitätssicherung

Entsprechend den Vorgaben der Richtlinie der Bundesärztekammer (RiliBÄK) ist nachzuweisen:

  • ein System der internen Qualitätssicherung
  • die regelmäßige Teilnahme an geeigneten externen Qualitätssicherungsmaßnahmen (Ringversuchen) und deren Ergebnisse

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Anforderungen an den Arzt

  • Untersuchungen dürfen erst dann durchgeführt werden, wenn die Indikationsstellung aus den Auftragshinweisen geprüft wurde und beurteilt werden kann.
  • Die im Anhang der Vereinbarung aufgeführten indikationsbezogenen Untersuchungen dürfen erst dann durchgeführt werden, wenn aus den Auftragsunterlagen hervorgeht, dass die Kriterien an die Indikationsstellung erfüllt sind.

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Dokumentationsvorgaben

Nach § 7 der QS-Vereinbarung bestehen folgende Dokumentationsanforderungen:

  • der Arzt verpflichtet sich, die Indikation, eine ggf. erfolgte konsiliarische Erörterung, die Durchführung sowie die Befundbeurteilung nachvollziehbar zu dokumentieren
  • für im Anhang der QS-Vereinbarung aufgeführte indikationsbezogene molekulargenetische Untersuchungen wird die Erfüllung der Kriterien dokumentiert
  • Der Arzt ist nach § 8 der QS-Vereinbarung zur Übermittlung einer Jahresstatistik für alle erbrachten molekulargenetischen Untersuchungen verpflichtet. Die Jahresstatistik ist bis zum 31. März des jeweiligen Folgejahres bei der Datenannahmestelle einzureichen.

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Grundsätzliche Einschränkungen

Die Durchführung und Abrechnung der beantragten genehmigungspflichtigen Leistung ist erst nach Erteilung der Genehmigung zulässig.

Die Genehmigung kann grundsätzlich nicht rückwirkend erteilt werden.

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Besondere Informationen

  • ggf. erfolgt eine Antragsprüfung durch die ärztliche QS-Kommission
  • ggf. wird neben dem Nachweis der fachlichen Qualifikation zusätzlich ein Kolloquium erforderlich

Mit dem Antrag sind folgende Unterlagen einzureichen, sofern sie noch nicht bei der KVS vorliegen:

  • Urkunde über die Berechtigung zum Führen der Facharztbezeichnung oder Zusatzbezeichnung oder der fakultativen Weiterbildung gem. § 3 der QS-Vereinbarung
  • Muster der Auftragshinweise gem. § 6 der QS-Vereinbarung, die dem verantwortlichen Arzt zur Verfügung gestellt werden
  • Aufstellung der verwendeten Untersuchungsverfahren gem. § 4 der QS-Vereinbarung, die dem verantwortlichen Arzt zur Verfügung gestellt werden
  • zwei anonymisierte Patientendokumentationen aus der Tätigkeit des Arztes, je beantragter Gebührenordnungsposition (Einzelbeantragung)
  • zehn anonymisierte Patientendokumentationen unterschiedlicher Art aus der Tätigkeit des Arztes (Beantragung des gesamten Abschnitts 11.4.2 EBM)
  • bei fehlender Vorlage der Patientendokumentationen ist eine erfolgreiche Teilnahme an einem Kolloquium nachzuweisen

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