Staffelstabübergabe in der Bezirksgeschäftsstelle Dresden

Seit 1. Januar 2018 ist Dr. med. Johannes-Georg Schulz neuer Geschäftsstellenleiter der Bezirksgeschäftsstelle Dresden. Bisher bekleidete diese Funktion Dr. med. Johannes Baumann, seit 1990 Bezirksstellenvorsitzender und ab 2004 Bezirksgeschäftsstellenleiter. Zum Jahresende 2017 gab er den Staffelstab nun weiter.

Dr. med. Johannes-Georg Schulz ist neuer Geschäftsstellenleiter der Bezirksgeschäftsstelle Dresden.
Dr. med. Johannes-Georg Schulz wurde 1954 in Bautzen geboren und studierte an der Humboldt-Universität Berlin, wo er 1977 sein Physikum ablegte. 1981 beendete er erfolgreich sein Medizinstudium an der Medizinischen Akademie Dresden. Dr. Schulz promovierte 1983 und erhielt 1986 die Facharztanerkennung „Allgemeinmedizin“. Nach seiner Ausbildung arbeitete er am Forschungsinstitut für medizinische Diagnostik (FMD) sowie in den Polikliniken Mickten und Blasewitz. Bis 1991 war er wissenschaftlicher Assistent am FMD. Er führte seit 1987 mit Dipl.-Med. Ingrid Reichelt eine gemeinsame Praxis für Allgemeinmedizin in Dresden-Übigau, bis am 1. April 2012 Dr. med. Solveig Scholz als neue Partnerin in die Gemeinschaftspraxis eintrat.

Seit der Gründung der KV Sachsen wirkte Dr. Schulz als Mitglied in verschiedenen Ausschüssen – darunter Wahl-, Prüfungs- und Zulassungsausschuss – mit. Im Januar 2014 wurde er vom erweiterten Regionalausschuss der Bezirksgeschäftsstelle Dresden zum neuen Vorsitzenden des Regionalausschusses gewählt. Nun berief ihn der Vorstand der KV Sachsen in das Amt des Bezirksgeschäftsstellenleiters der Bezirksgeschäftsstelle Dresden. Wir wünschen ihm für diese neue Tätigkeit viel Kraft und Erfolg.

Dr. Johannes Baumann beendet seine Tätigkeit als Bezirksgeschäftsstellenleiter, bleibt aber als Arzt weiterhin aktiv.
Dr. med. Johannes Baumann wurde 1947 geboren und absolvierte sein Medizinstudium von 1969 bis 1974 an der Humboldtuniversität Berlin und an der Medizinischen Akademie Dresden. Nach der Facharztausbildung in Freiberg und Meißen übernahm er 1980 die Allgemeinärztliche Praxis seines Vaters in Coswig bei Dresden. Zusätzlich war er als Betriebsarzt tätig und seit 1987 Vorsitzender der niedergelassenen Ärzte in der Bezirksabrechnungsstelle Dresden. In dieser Eigenschaft zählte er zu den Gründungsvätern der KV Sachsen: zuerst als Vorsitzender der im Juni 1990 gegründeten Kassenärztlichen Vereinigung Dresden e. V. und ab Juli 1990, nach der Gründung der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen e. V., als deren 2. Stellvertreter. Ab 1. Juli 1991, nach der Gründung der KV Sachsen als Körperschaft des öffentlichen Rechts, wurde er Vorstandsmitglied und erster Vorsitzender der Bezirksgeschäftsstelle Dresden. Er baute die ärztliche Selbstverwaltung grundlegend mit auf und hat sie mit seinem Engagement und Wissen entscheidend geprägt.

Dr. Baumann führte als Facharzt für Allgemeinmedizin parallel seine hausärztliche Praxis weiter. Zudem arbeitete er seit 1991 als Vorstand der PVS Sachsen, als Beirat der apoBank, ist Vorsitzender des Vereins „Ärzte-Solidarität e. V.“ und war lange Jahre Mitglied der Kammerversammlung der SLÄK. Ende des Jahres 2017 beendete er auf eigenen Wunsch seine Tätigkeit als Bezirksgeschäftsstellenleiter. In der Coswiger Praxis, die er inzwischen an seine Tochter übergeben hat, ist er weiterhin für seine Patienten da. Die KV Sachsen und alle Mitarbeiter „seiner“ Bezirksgeschäftsstelle Dresden sagen ganz herzlich Danke für 27 Jahre Engagement im Dienste der Körperschaft und ihrer Mitglieder. Wir wünschen ihm Zeit für seine Familie sowie Gesundheit und Energie für all seine Aktivitäten.

                                               – Bezirksgeschäftsstelle Dresden/ra –

Informationsveranstaltung „KV vor Ort“

Die Bezirksgeschäftsstelle Chemnitz der KV Sachsen möchte im Rahmen von Regionalveranstaltungen Rede und Antwort stehen. Dazu laden wir Sie herzlich ein und bitten Sie um Vormerkung des folgenden Termins:

Für den Bereich Erzgebirge
Mittwoch, den 21. März 2018, 18:00 Uhr
in der Festhalle Annaberg-Buchholz
Ernst-Roch-Straße 4
09456 Annaberg-Buchholz

Folgende Themen haben wir vorgesehen:

Die Versorgungssituation im Bereich Erzgebirge, aktuelle Neuerungen und Änderungen im Bereich der Abrechnung, die neue Wirtschaftlichkeitsprüfung für Arzneimittel, Umstrukturierung des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes und Aktuelles.

Sollten Sie an weiteren Themen interessiert sein, so teilen Sie uns dies bitte mit.

Weitere Veranstaltungen folgen in diesem Jahr noch für die Bereiche Mittelsachsen, Vogtland, Zwickau und Chemnitz. Bitte beachten Sie dazu die Informationen in den kommenden KVS-Mitteilungen.

Bei Interesse bitten wir um eine zeitnahe Anmeldung.

Anmeldung unter
www.kvsachsen.de > Aktuell > Veranstaltungen

                                                            – Bezirksgeschäftsstelle Chemnitz –

Erfolgsmodell „Interdisziplinäre Frühförderung“

Der Leipziger Stammtisch Frühförderung bietet eine Plattform für Weiterbildung und Erfahrungsaustausch der Mitarbeiter der Frühförderstellen mit niedergelassenen Kinderärzten.

Im System der interdisziplinären Frühförderung arbeiten Spezialisten verschiedener Professionen und Systeme zusammen, die zum Bindeglied zwischen Medizin, Pädagogik, Rehabilitation und Teilhabe werden. Frühförderung basiert auf den Grundprinzipien der Interdisziplinarität, Ganzheitlichkeit, Familienorientierung, sozialen Integration und Interessenvertretung – wie im Maßnahmeplan zur Früherkennung und Frühförderung von Kindern in der Stadt Leipzig von 2014 verankert. Dabei steht die Kooperation und Vernetzung der Systeme im Mittelpunkt.

Stammtisch Frühförderung

Seit 2012 existiert hierzu in Leipzig der Stammtisch Frühförderung. Er wird regelmäßig zweimal pro Jahr vom Kinderärztenetz Leipzig e. V. unter wissenschaftlicher Leitung von Dr. Karla Amm durchgeführt und ist von der LÄK zertifiziert. Referenten erläuterten Beispiele aus der Sicht der Klinik, der Neonatologen, der sozialpädagogischen Nachsorge oder der Familienhebammen. Spezielle Förderprogramme wurden vorgestellt, Ärzte referierten zu ausgewählten Themen wie Pflegegrade bei Kindern und FASD im Vorschulalter. Ein Rechtsanwalt informierte auch zu Rechtsfragen.

Niedergelassene Ärzte als Partner der Frühförderstellen

Mit der Frühförderverordnung von 2003 und der Landesregelung Komplexleistung 2005 / 2012 kommt den Kinderärzten im System der interdisziplinären Frühförderung eine zentrale und koordinierende Funktion zu.

In einer Kooperation geht es darum, ein bestimmtes gemeinsames Ziel zu erreichen, hier das Förder- und Behandlungsziel der Komplexleistung, formuliert von verantwortlichem Arzt und verantwortlichem (Heil)Pädagogen. Eine besondere Herausforderung im System der Frühförderung dürfte darin bestehen, dass unterschiedliche Sprach- und Denkkulturen der beteiligten Partner – Mediziner, Psychologen, Pädagogen – aufeinandertreffen.

Dabei stellt die Interdisziplinarität ein zentrales Arbeitsprinzip der Frühförderung dar. Sie ermöglicht eine ganzheitliche Sicht des Kindes, um aus unterschiedlichen Blickwinkeln alle Facetten kindlicher Entwicklung und familiärer Problemlagen zu erfassen, die Teilhabebedarfe zu ermitteln und ein Gesamtkonzept der Frühförderung zu erstellen.

Mit der Organisation des Stammtisches Frühförderung durch das Kinderärztenetz Leipzig e. V. wurde eine Plattform gefunden, auf der Weiterbildung und Erfahrungsaustausch der Mitarbeiter der Frühförderstellen mit den niedergelassenen Kinderärzten möglich sind.

Ergebnisse der Fragebogenerhebungen 2009 und 2017

In den Jahren 2009 und 2017 wurde die Kooperation zwischen den Kinderärzten und den Interdisziplinären Frühförderstellen als zentrale Einheit der Komplexleistung mittels Fragebogenerhebung untersucht. Zur Beurteilung der Qualität der Zusammenarbeit wurde unter den Kinderärzten eine Standortanalyse versucht und es werden Perspektiven aufgezeigt.

Es wurden 52 Kinderärzte befragt, von denen in beiden Jahren jeweils 23 den Fragebogen ausgefüllt zurückgesendet haben. Dies entspricht einer guten Rücklaufquote.

In allen Fragebögen wird die hohe Bedeutung der Zusammenarbeit für Ärzte, Frühförderstellen und Eltern beschrieben, insbesondere hinsichtlich bestmöglicher Förderung, ausgewogenem individuellem Therapiekonzept, Ressourcenoptimierung, Elternbegleitung, regelmäßiger Informationen und Absprachen.

Auf die Frage nach konkreten Vorschlägen, wie die Kooperation verbessert werden kann, werden exemplarisch genannt: Information über neue Mitarbeiter und Konzepte, besserer Informationsfluss und Einbezug der Mitarbeiter des Sozialamtes.

Positiv wurde die Überlegenheit der Komplexleistung im Rahmen der interdisziplinären Frühförderstellen gegenüber einer alleinigen Therapie oder heilpädagogischen Förderung in Integrativ-Kindergärten benannt. Dies verwundert nicht: Förderung aus einer Hand, Teamabsprachen und Ergänzung durch medizinisch-therapeutische Leistungen der unter ärztlicher Verantwortung erbrachten heilpädagogischen Leistungen – unter unmittelbarem Einbezug der Kindeseltern und ihrem sozialen Umfeld einschließlich der Möglichkeit von Hausbesuchen – das ist der Königsweg. Ein Dankeschön allen Kinderärzten, die hier Zuarbeit geleistet haben.


Nächster Stammtisch Frühförderung

30. Mai 2018, 16–20 Uhr
„Verstetigung des Kinderschutzes in Sachsen“
Interdisziplinären Therapiezentrum „therapaedica“
Pestalozzistr. 72, 04178 Leipzig
Anmeldung: karlaamm@web.de

Allgemeine Informationen
www.kvsachsen.de > Mitglieder > Verträge > Frühförderung
 
                                                 Dr. Karla Amm, Kinderärztin, Leipzig –

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