Sie befinden sich hier: Startseite » Mitglieder » KVS-Mitteilungen » 2017 » 09/2017 » Veranlasste Leistungen

Ambene® Parenteral Ampullen nicht verordnungsfähig

Sprechstundenbedarf: Entsprechend der aktuellen Sprechstundenbedarfsvereinbarung vom 1. Januar 2016 sind schmerzstillende, krampflösende und beruhigende Mittel in geeigneter Darreichungsform für die sofortige Anwendung oder für die Anwendung im unmittelbaren ursächlichen Zusammenhang mit einem Eingriff als Sprechstundenbedarf verordnungsfähig. Gleichzeitig sieht § 2 Abs. 5 der Sprechstundenbedarfsvereinbarung vor, dass bei der Verordnung von Arzneimitteln die Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Verordnung von Arzneimitteln in der vertragsärztlichen Versorgung zu berücksichtigen ist.

Die Anlage III der Arzneimittel-Richtlinie definiert unter dem Punkt 18 einen Verordnungsausschluss für Antiphlogistika oder Antirheumatika in fixer Kombination mit anderen Wirkstoffen. Diesem ist das Arzneimittel Ambene® Parenteral Ampullen zuzuordnen. Hierbei handelt es sich um ein Kombinationspräparat, welches neben Phenylbutazon auch Lidocain enthält. Auch wenn im konkreten Fall die Sinnhaftigkeit in Frage gestellt werden muss, sind wir an die Vorgaben gebunden.

Eine Verordnungsfähigkeit im Sprechstundenbedarf ist daher nicht gegeben.

                                                                                – Verordnungs- und Prüfwesen/cz –

Neue Verordnungsbefugnisse für Psychotherapeuten

Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten dürfen seit Juni 2017 Krankenhausbehandlung (Muster 2) und Krankenbeförderung (Muster 4) sowie Soziotherapie (Muster 26 und Muster 27) und Leistungen zur psychotherapeutischen Rehabilitation (Muster 61) verordnen. Damit erhalten sie mehr Entscheidungsspielraum bei der Versorgung ihrer Patienten. Grundsätzlich gelten dieselben Vorgaben wie für Vertragsärzte, Unterschiede gibt es im Indikationsspektrum. In den angepassten Richtlinien ist festgelegt, bei welchen Indikationen Leistungen verordnet werden dürfen.

Die Verordnungen sind auf den entsprechenden Mustern der „Vereinbarung über Vordrucke für die vertragsärztliche Versorgung“ vorzunehmen. Bitte nutzen Sie in diesen Bereichen keine PTV-Formblätter (Psychotherapie-Vordrucke). Die Verordnungsvordrucke sind vorerst nur über die Allgemeinen Verwaltungen der Bezirksgeschäftsstellen erhältlich. Für die Bereitstellung der Formulare oder das Sicherheitspapier für die Blankoformularbedruckung nehmen Sie bitte mit diesen Kontakt auf.
Leistungen der Soziotherapie und der Rehabilitation können Psychotherapeuten erst nach Anpassung der entsprechenden Vergütungen und Inkrafttreten des Beschlusses des Bewertungsausschusses verordnen. Hierzu werden wir Sie gesondert informieren.

Ausführliche Informationen zu den Grundlagen und spezifischen Regeln zur Ausstellung von Verordnungen durch Psychologische Psycho-therapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten stellen wir Ihnen auf unserer Internetpräsenz zur Verfügung.

Für Rückfragen stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung Verordnungs- und Prüfwesen Ihrer Bezirksgeschäftsstelle sowie der Abteilung Service und Dienstleistungen gern zur Verfügung.

Informationen zu Grundlagen und Ausstellung von Verordnungen
www.kvsachsen.de > Mitglieder > Verordnungen > Psychotherapeuten

                                                                                  – Verordnungs- und Prüfwesen/mau –

Verdacht auf Arzneimittelmissbrauch

Aufgrund weiterer Hinweise aus der Ärzteschaft mit der Bitte um Veröffentlichung informieren wir Sie über den Verdacht des Arzneimittelmissbrauchs. Wir bitten bei den beiden folgenden Patientinnen um Ihre besondere Aufmerksamkeit.

  • Patientin: Alter: 56 Jahre, Initialen: S. C. R., versichert: AOK PLUS, Wohnort: Leipzig
    Verordnungswünsche und Arztkontakte: Verordnungswunsch Zopiclon bzw. Zolpidem,diverse Arztkontakte im Leipziger Bereich, Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Sucht oder eines Missbrauchs, seit Jahren Schlafstörungen, unruhig, fahrig, gezielte Forderung ohne Problemschilderung, Patientin gibt an, den Hausarzt gewechselt zu haben, gefälschtes Rezept über Zopiclon (handschriftliche Änderung der Verordnungsmenge)
  • Patientin: Alter: 40 Jahre, Initialen: K. F., versichert: IKK, Wohnort: Halle, besonderes Merkmal: kommt in Dienstkleidung (Malteser Hilfsdienst), legt BtM-Pass vor, Verordnungswünsche und Arztkontakte, Verordnungswunsch Dolantin Ampullen, Arztkontakte u. a. Hausärztin in Halle, Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Sucht oder eines Missbrauchs, Nach Rücksprache mit der Hausärztin habe diese den BtM-Pass ausgestellt, allerdings zu einer Zeit, als weder Unterlagen noch Diagnosen vorlagen. Die Hausärztin geht mittlerweile auch von einem BtM-Missbrauch aus und hat das bereits der KV Sachsen-Anhalt gemeldet.

Weitere Verdachtsfälle sind im Mitgliederportal veröffentlicht:
Dokumente > Verordnungs- und Prüfwesen > Arzneimittel
Ansprechpartner:
Frau Carolin Hildebrand
Bezirksgeschäftsstelle Leipzig
Telefon 0341 2432-314

                                                                                          – Verordnungs- und Prüfwesen/Hb –

Kränker als die Polizei erlaubt – Lahmer kann doch gehen …

Im Alltag eines Arztes gibt es nichts, was es nicht gibt. So haben wir Kenntnis davon erlangt, dass ein Versicherter sich als (Querschnitts-)Gelähmter ausgibt, ohne dass eine derartige körperliche Disposition gegeben ist. Vermutlich aus einem übersteigertem Aufmerksamkeits- und Geltungsbedürfnis heraus stellt sich Herr M. S., geboren im Jahre 1977, bevorzugt im ostsächsischen Raum anscheinend überaus glaubhaft als Rollstuhlfahrer bzw. multimorbider Patient dar. Unter dieser „Legende“ bezieht er zahlreiche (nicht nur) ärztliche Leistungen.

Wir geben Ihnen diesen Sachverhalt zur Kenntnis, wobei wir um Ihre besondere Aufmerksamkeit bei der Entgegennahme von anamnesti-schen Angaben des Patienten bitten, für den Fall, dass Sie diese Person in Anspruch nimmt. Eine besondere Verpflichtung Ihrerseits entspringt hieraus jedoch nicht.

                                                                                                       – fk –

Versorgung mit orthopädischen Einlagen

Produktgruppe „Einlagen“ des Hilfsmittelverzeichnisses – Anpassung an aktuelle Versorgungsstandards

Die Produktgruppe 08 „Einlagen“ des Hilfsmittelverzeichnisses wurde an den anerkannten Stand von Medizin und Technik angepasst. Dabei sind Herstellungsverfahren und Abdrucktechniken wie 2D- bzw. 3D-Fußscan berücksichtigt worden sowie Qualitätsanforderungen an die Verfahren neu formuliert. Bei der Abgabe von Einlagen mit Korrekturbacken und Einlagen bei schweren Fußfehlformen ist jetzt ein dreidimensionaler Formabdruck erforderlich. Bei der Abgabe von stützenden Einlagen, Bettungseinlagen und Schaleneinlagen ist ein zweidimensionaler Maßabdruck (Trittspurabdruck, 2D-Scan) ausreichend. Die neu gefasste PG 08 sieht eine überwiegend langsohlige Fertigung von Einlagen vor.

Die vom GKV-Spitzenverband zum 1. April 2017 neu festgesetzten Festbeträge einschließlich aktueller Gliederung der Produktgruppe 08 „Einlagen“ sowie ein von der AOK PLUS bereitgestelltes Übersichtsblatt finden Sie auf der Internetpräsenz der KV Sachsen.

Für Rückfragen stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung Verordnungs- und Prüfwesen Ihrer Bezirksgeschäftsstelle sowie der Abteilung Service und Dienstleistungen gern zur Verfügung.

Informationen zu Festbeträgen und Gliederung der Produktgruppe 08 „Einlagen“
www.kvsachsen.de > Mitglieder > Verordnungen > Hilfsmittel > rechter Rand

                                                                                – Verordnungs- und Prüfwesen/mau –

Häusliche Krankenpflege-Richtlinie – Medikamentengabe

Eine klarstellende Änderung zur Leistungsbeschreibung der „Medikamentengabe“ (Nr. 26 des Listenverzeichnisses der HKP-Richtline) wurde vom G-BA vorgenommen. Die Medikamentengabe umfasst jetzt einerseits das Richten und andererseits das Verabreichen der Medikamente. Es handelt sich dabei also um zwei unterschiedliche Leistungsinhalte. Das Verabreichen von ärztlich verordneten Medikamenten beinhaltet auch die notwendige Vorbereitung der Medikamente (u. a. die Dosierung der Darreichungsform).

Pflegedienste müssen vorliegende Informationen über die Dosierung, Art und Zeitpunkt der Einnahme oder sonstige Anwendungshinweise (vor dem Essen etc.) berücksichtigen. Entsprechende Informationen sind den ärztlichen Verordnungen und gegebenenfalls einem ärztlich ausgestellten Medikationsplan zu entnehmen.

Für Rückfragen stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung Verordnungs- und Prüfwesen Ihrer Bezirksgeschäftsstelle sowie der Abteilung Service und Dienstleistungen gern zur Verfügung.

                                                                                       – Verordnungs- und Prüfwesen/mau –

Verordnung Soziotherapie: Änderung der Formulare 26 und 28

Die Vordruckmuster zur Verordnung von Soziotherapie

  • Muster 26 – Verordnung von Soziotherapie und
  • Muster 28 – Verordnung bei Überweisung zur Indikationsstellung für Soziotherapie

werden zum 1. Oktober 2017 angepasst. Ab diesem Zeitpunkt können die alten Formulare nicht mehr verwendet werden. Die Befugnis zur Verordnung von Soziotherapie bedarf der Genehmigung durch die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen. Die neuen Formulare können aufgrund der Genehmigungspflicht ab Mitte September über die Abteilung Allgemeine Verwaltung der jeweiligen Bezirksgeschäftsstelle bezogen werden.

Hintergrund:

Mit der Neufassung der Soziotherapie-Richtlinie im Jahr 2015 wurden die Indikationsbereiche für die Soziotherapie für begründete Einzelfälle außerhalb der Regelversorgung erweitert. Unter bestimmten Voraussetzungen darf Soziotherapie auch verordnet werden bei Patienten mit Diagnosen aus dem gesamten ICD-10-Kapitel V für Psychische und Verhaltensstörungen (F00 bis F99). Bei diesen Diagnosen muss allerdings eine starke Beeinträchtigung des Patienten vorliegen. Der Orientierungswert auf der GAF-Skala liegt bei 40 und darf 50 nicht übersteigen.

Mit der Anpassung der Formulare wird der erweiterte Indikationsbereich berücksichtigt. Die Vordrucke wurden übersichtlicher gestaltet und redaktionell angepasst.

Die Änderungen werden Ihnen ausführlich auf unserer Internetpräsenz dargelegt. Für Rückfragen stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung Verordnungs- und Prüfwesen Ihrer Bezirksgeschäftsstelle sowie der Abteilung Service und Dienstleistungen gern zur Verfügung.

Detaillierte Informationen zu den Änderungen
www.kvsachsen.de > Mitglieder > Verordnungen > Soziotherapie

                                                                             – Verordnungs- und Prüfwesen/mau –

E-Paper