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Friederike Beier – Ärztin mit großem Herzen und kühlem Kopf

3. Februar 1944 – 6. August 2017

Mit Betroffenheit und großem Bedauern hat die KV Sachsen vom Tod von Friederike Beier, einer ungewöhnlichen und besonders engagierten Frau und Ärztin, erfahren.

Frau Friederike Beier war von Oktober 2015 bis Juli 2016 in der Flüchtlingsambulanz als angestellte Fachärztin für Allgemeinmedizin tätig. Mit ihrem Sachverstand und positivem Schwung, ihrer Begeisterung, Gelassenheit und Weitsicht war sie maßgeblich beim Aufbau und Schaffen der Strukturen in der Flüchtlingsambulanz beteiligt. Selbst in der teils chaotischen Anfangszeit behielt sie einen kühlen Kopf und war damit ein wichtiger Garant für das Gelingen des Projektes „Flüchtlingsambulanz in Dresden“. Mit ihrer Erfahrung und ruhigen freundlichen Art war sie ein wichtiges Bindeglied zwischen allen Beteiligten. Leider zwang sie ihre Erkrankung die Tätigkeit zu beenden – eine Lücke, die schwer zu füllen ist.

Frau Beier baute in ihrem Berufsleben unter anderem als Leiterin die Aids-Beratung im Gesundheitsamt Dresden auf. Für ihre außerge-wöhnlichen Leistungen im Kampf gegen HIV und Aids wurde sie 2007 mit der Sächsischen Ehrenmedaille ausgezeichnet.

Frau Beier war zeitlebens über ihren beruflichen Wirkungskreis hinaus sehr aktiv. Sie engagierte sich für den Erhalt des Nordbades, begründete das Mehrgenerationenprojekt „Amselhof“, trat für die Errichtung des Spielplatzes an der Böhmischen Straße ein und war Gründungsmitglied der IG Äußere Neustadt im Jahr 1990; 2001 trat sie als Oberbürgermeisterkandidatin an. Couragiert, vermittelnd, mitreißend und mit ganzem Herzen tätig, war sie aus der Neustadt und weit darüber hinaus nicht mehr wegzudenken.

Wir nehmen mit Trauer Abschied und erinnern uns mit Wehmut an ihre Antwort auf die Frage, welchen Satz sie gern in ihrer Grabrede hören würde: „Das war’s; und wie es war, war es gut.“

Die KV Sachsen
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Flüchtlingsambulanz Dresden

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