Sie befinden sich hier: Startseite » Mitglieder » KVS-Mitteilungen » 2016 » 07-08/2016 » Berufs- und Gesundheitspolitik

KVS-Mitteilungen

KVS-Mitteilungen - Ausgabe 07-08/2016

Ausgabe 07-08/2016

zum Inhalt dieser Ausgabe

Berufs- und Gesundheitspolitik



Ministerin Klepsch besucht Modellpraxis zur ambulanten Versorgung von Flüchtlingen

In Kooperation mit der KV Sachsen geht der Landkreis Bautzen bei der ambulanten medizinischen Versorgung von Asylbewerbern und Flüchtlingen neue Wege. Hier können Ärzte und Einrichtungen, die bisher nicht an der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung teilgenommen haben, diese Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) erbringen und über die KV Sachsen beim Landkreis abrechnen. Die sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz Barbara Klepsch besuchte eine solche Modellpraxis am Krankenhaus Bautzen und verschaffte sich ein Bild von den örtlichen Gegebenheiten.

„Die KV Sachsen hat gemeinsam mit dem sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz und dem Landratsamt Bautzen ein Konzept entwickelt, welches als Leuchtturmprojekt auch für andere Regionen zum Vorbild werden kann“, so Dr. Claus Vogel, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV Sachsen. Im Fall von Bautzen ist die Ambulanz in die Notaufnahme integriert. Im Rahmen einer vertraglichen Regelung kann das Krankenhaus seit Anfang 2016 ambulante Leistungen nach dem AsylbLG erbringen. Besonders zufrieden zeigte sich Dr. Vogel mit dem unbürokratischen Ablauf und dem unkomplizierten Zustandekommen des Vertrags.

Die sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz lobte dieses neue regionale Modell als innovativ und zielführend: „Hier werden Asylsuchende und Flüchtlinge kompetent medizinisch betreut. Es ermöglicht gerade im ländlichen Raum mehr Flexibilität für die Versorgung. So werden unsere niedergelassenen Ärzte spürbar entlastet. Davon profitieren Alle“, erklärte Barbara Klepsch bei ihrem Besuch in Bautzen. „Das Modell ist zugeschnitten auf die Bedürfnisse des Landkreises. Ich hoffe, dass auch andere Landkreise dieses Modell aufgreifen“, so Klepsch.

In den Krankenhäusern des Landkreises Bautzen fanden sich kompetente Partner für eine individuelle, maßgeschneiderte Lösung vor Ort – um die ambulante Versorgung der Asylsuchenden auch auf dem Land zu ermöglichen und dabei den überlasteten umliegenden Praxen durch Konzentration und Bündelung der Abläufe zu Hilfe zu kommen.

„Wir haben uns bewusst für eine Integrationslösung entschieden und behandeln Asylbewerber nicht in separaten Räumlichkeiten. In unserer Notaufnahme werden sie medizinisch erstversorgt – und dort mit den gleichen Röntgengeräten untersucht und den gleichen Fäden genäht wie deutsche Patienten“, betonte der Geschäftsführer der Oberlausitz-Kliniken gGmbH, Rainer E. Rogowski.

Daraus ergeben sich Vorteile wie eine schnelle und effiziente Bearbeitung, der Abbau von Ängsten und Vorurteilen sowie die eindeutige Klärung der Kostenträgerschaft.

Neben der Modellpraxis am Krankenhaus in Bautzen gibt es weitere Praxen am Krankenhaus in Bischofswerda (ebenfalls Oberlausitz-Kliniken gGmbH) und Hoyerswerda (Lausitzer Seenland Klinikum). Bereits 2015 wurden in Dresden, Leipzig und Chemnitz internationale Ambulanzen eingerichtet, welche allerdings von der KV Sachsen selbst betrieben werden.

Auf dem Foto:
Der Geschäftsführer der Oberlausitz-Kliniken gGmbH, Rainer E. Rogowski, erläutert zusammen mit dem Leiter der Bautzener Modellpraxis, Dr. Karl-Andreas Krebs, dem stellvertretenden KVS-Vorsitzenden Dr. Vogel sowie Staatsministerin Klepsch (von links nach rechts) die Abläufe in der ambulanten Versorgung von Asylbewerbern.
                                                                                           – Öffentlichkeitsarbeit/cb –

Sprache und kulturelle Unterschiede als größte Herausforderung in der Arzt-Patienten-Kommunikation – Dr. Krebs behandelt einen Flüchtling aus Afghanistan und zieht bei Bedarf zwei arabisch sprechende Arztkollegen hinzu.

Neue Hausarztpraxen in Hoyerswerda werden vielfältig gefördert

Es ist keine Neuigkeit, dass es im ländlichen Raum immer schwieriger wird, neue Hausärzte und medizinischen Nachwuchs zu gewinnen. Auch in Hoyerswerda ist die Lage der hausärztlichen Versorgung, insbesondere nach einigen ersatzlosen Praxisschließungen in den letzten Jahren, angespannt: Deshalb gilt diese nordöstliche Region Sachsens seit Januar 2016 für den hausärztlichen Bereich als von Unterversorgung bedroht.

Die KV Sachsen und die Landesverbände der Sächsischen Krankenkassen reagieren im Landesausschuss mit dieser Einstufung auf die kritische Versorgungsstruktur in Folge unbesetzter Arztsitze sowie das zunehmende Alter der niedergelassenen Ärzte im Bereich Hoyerswerda. Um den Versorgungsgrad wieder nachhaltig zu verbessern, bieten sie gezielt Fördermöglichkeiten für die zukünftige Niederlassung von Ärzten: „Wer sich entschließt, seine eigene Praxis in einer schlecht versorgten Region zu eröffnen oder durch Anstellung von Ärzten die ­Versorgung vor Ort zu stärken, kann sich dafür die Unterstützung des Landesausschusses sichern“, erläutert Dr. Klaus Heckemann, Vorstandsvorsitzender der KV Sachsen.

Den Start in die ambulante vertragsärztliche Versorgung erleichtert z. B. ein Investitionskostenzuschuss von bis zu 60.000 € für Neu- bzw. Umbauten und die Einrichtung der Praxisräume. Auf Wunsch des niederlassungswilligen Hausarztes gewährt die KV Sachsen der Praxis für die ersten drei Jahre darüber hinaus einen Mindestumsatz. Außerdem werden sämtliche Gebühren im Zulassungsverfahren, die sich auf die hausärztliche Tätigkeit im Planungsbereich Hoyerswerda beziehen, erlassen. Ärzte, die ihre allgemeinmedizinische Weiterbildung in einer Praxis in Hoyerswerda absolvieren, erhalten neben der üblichen Weiterbildungsförderung monatlich eine zusätzliche finanzielle Unterstützung.

Niederlassungsinteressenten bzw. Interessenten für eine hausärztliche Anstellung in der Region Hoyerswerda finden weitere Informationen sowie Ansprechpartner ­unter: www.kvsachsen.de > Aktuell > Förderung.

                                       – Sicherstellung/BGST DD sowie Öffentlichkeitsarbeit/cb –

STEX in der Tasche – wie weiter?

Zum 12. Mal konnten sich Medizinstudenten und Jungärzte des Dresdner Universitätsklinikums am 22. Juni über ihre Chancen und Perspektiven im sächsischen Gesundheitswesen informieren. Das Sächsische Sozialministerium (SMS), die Sächsische Landesärztekammer, die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen und die Krankenhausgesellschaft informierten den medizinischen Nachwuchs an Informationsständen, in Vorträgen und einer Podiumsdiskussion.

Gut besucht war auch der Stand der KV Sachsen, wo sich die Interessenten über die Möglichkeiten der ambulanten Medizin informieren konnten, deren Bedeutung auch der Präsident der Landesärztekammer Erik Bodendieck in seiner Begrüßung unterstrich.

Jürgen Hommel vom SMS verwies auf die rückläufige Anzahl der Hausärzte auf dem Lande und die zahlreichen Förderprogramme. Sie stellen eine gute Chance dar, die ergriffen werden sollte.

Dr. Sabine de Nardi, Ärztin in Weiterbildung zur FÄ für Allgemeinmedizin, legte dem medizinischen Nachwuchs ihre Erfahrung ans Herz, die sehr guten Möglichkeiten der Weiterbildung im niedergelassenen Bereich zu nutzen.

Dr. Annett Lösel, niedergelassene Kinderärztin, warb unter Verweis auf ihre eigene Biografie dafür, in die Praxis zu gehen. Im Podium bestätigen mehrere Teilnehmer, dass auch im niedergelassenen Bereich Beruf und Familie gut zu vereinbaren sind, wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden und die Kolleginnen und Kollegen sich gut abstimmen.

Auf dem Foto:
Dr. Patricia Klein moderierte die Diskussion mit Dr. Peter Grampp (verdeckt), Dr. Annett Lösel, Kerstin Stübner-Röhler, Prof. Dr. Uwe Köhler, Marleen Matthees, Dr. Sabine de Nardi und Karoline Böhme (von links)

                                                                                   – Öffentlichkeitsarbeit/im –

Stefan Topp beantwortet Fragen von Interessenten am Stand der KV Sachsen

Hohe Auszeichnung für Dr. Klaus Heckemann

Auf dem 26. Sächsischen Ärztetag am 17. Juni in Dresden wurden Dr. med. Uta Katharina Schmidt-Göhrich (Dresden) und der Vorstandsvorsitzende der KV Sachsen, Dr. med. Klaus Heckemann, für ihre Verdienste um die sächsische Ärzteschaft vom Präsidenten Erik Bodendieck mit der „Hermann-Eberhard-Friedrich-Richter-Medaille“ geehrt.

In der Laudatio für Dr. med. Klaus Heckemann heißt es u. a.:

„Herr Dr. med. Klaus Heckemann erhält die Hermann-Eberhard-Friedrich-Richter-Medaille insbesondere für seine Verdienste beim Aufbau der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen. Sich 1990 für die neue politische Freiheit einsetzend und diese willkommen heißend, gehörte Klaus Heckemann zu denen, die den Grundstein für die KV Sachsen legten und mithin die Weichen von der Staatsmedizin hin zur Selbstbestimmung der sächsischen Ärzteschaft stellten. Er war ab 1991 stellvertretender Vorsitzender der Bezirksstelle Dresden und ab 1997 stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV Sachsen. Seit 2005 fungiert Klaus Heckemann als Vorstandsvorsitzender der KV Sachsen. In der Sächsischen Landesärztekammer ist er seit 2003 im Ausschuss Ambulante Versorgung (ab 2015 ambulante und stationäre Versorgung) und seit 2009 als engagiertes Mitglied in der Lenkungsgruppe des Netzwerkes Ärzte für Sachsen aktiv. Ihm gelingt seit 25 Jahren der Balanceakt zwischen Realpolitik, berufspolitischer Gestaltung und Strategie.

Angesichts der sich permanent ändernden gesetzlichen und auch politischen Rahmenbedingungen stellt dies ein bemerkenswertes Kunststück dar. Dies gilt umso mehr, als dass Herr Kollege Heckemann meist ohne Netz und doppelten Boden agiert, ohne Rückversicherung und Hintertür. Nur Wenige gehen Missstände mit einer derartigen Vehemenz und einem solch unbändigen Elan und Gestaltungswillen an wie Klaus Heckemann. Er hat einen langen Atem, um Konzepte, Ideen und Ziele über Jahre hinweg zu verfolgen, die allein dem Gemeinwohl dienen.

Seine konstruktive und immer sachliche Art hat wesentlich dazu beigetragen, dass es in Sachsen eine Gesprächskultur über Partei- und Behördengrenzen hinweg gibt, die seinesgleichen in Deutschland sucht. Dies macht ihn glaubwürdig und nötigt auch berufspolitisch Andersdenkenden Respekt ab. Eine wirksame ärztliche Interessenvertretung gelingt nur dann, wenn die Ärzte darauf vertrauen können, dass sie mit ihren individuellen oder fachgruppenspezifischen Belangen und Problemen Gehör finden und niemand ausgegrenzt wird. Nur so kann die Einigkeit der Ärzteschaft Bestand haben.“

(Foto: Sächsische Landesärztekammer)

                                                        – Information der SLÄK vom 17. Juni 2016 –

Der Hauptausschuss, Vorstandskollege Claus Vogel sowie die Verwaltung der KV Sachsen gratulieren auf das Herzlichste.

                                                        - die Redaktion –