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Ein Erfolgsprojekt geht weiter!

Studienbeihilfe für Medizinstudenten wird fortgesetzt


Gemeinsame Presseerklärung

AOK PLUS, Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek),
BKK Landesverband Mitte, IKK classic, Knappschaft,
Kassenärztliche Vereinigung Sachsen
Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz


Dresden, 4. Dezember 2011 - Das Förderprogramm zur Studienbeihilfe für Medizinstudenten wird fortgesetzt. Am 1. Oktober 2008 startete das Gemeinschaftsprojekt der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen, der Krankenkassen und des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz. „Das Projekt ist eine Erfolgsgeschichte, es konnten fast 40 Studenten für das Programm und damit für eine spätere Tätigkeit in einer Region mit Ärztebedarf im Freistaat Sachsen gewonnen werden. Daher wird es jetzt um weitere zwei Studienjahrgänge verlängert“ sagt Sozialministerin Christine Clauß in Dresden.

Angesichts der zunehmend schwierigeren Nachbesetzung von Arztpraxen in ländlichen Bereichen bleibe ein wirksames Steue­rungsinstrument erhalten, betonten die gesetzlichen Krankenkassen. Mit der Bindung von angehenden Ärzten werde vorausschauend Versorgungsengpässen in Problemregionen gegengesteuert.

Konkret bedeutet dies Verlängerung des Förderprogramms, dass pro Studienjahrgang bis zu 50 Studierende in den Genuss der Studienbeihilfe kommen können, wenn folgende Voraussetzungen vorliegen:

• Der Studierende muss für den Studiengang Humanmedizin an einer deutschen Universität eingeschrieben sein.
• Der Studierende muss den ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung bestanden haben.
• Der Studierende muss sich verpflichten nach Abschluss der Facharztausbildung für Allgemeinmedizin in einem hausärztlich unterdurchschnittlich versorgten Gebiet im Freistaat Sachsen tätig zu werden.

Die Förderung wird für maximal 48 Monate gewährt. In den ersten beiden Jahren werden den Studierenden 300 Euro pro Monat, im dritten Jahr 400 Euro und im vierten Jahr 600 Euro pro Monat gezahlt.

Dr. Klaus Heckemann, der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen, appelliert an die Studenten: „Schnell sein lohnt sich! Wer noch bis 31.12. 2011 einen vollständigen Antrag bei uns einreicht, kann die Studienbeihilfe rück­wirkend ab dem 01.10. 2011 erhalten.“

Zahlreiche sächsische Hausärzte haben sich bereit erklärt, die Studenten auf ihrem Weg zu begleiten und ihnen frühzeitig einen Einblick in den Beruf des Allgemeinmediziners zu gewähren. Durch diese Patenschaft, die Bestandteil der Studienbeihilfe ist, können bereits früh wertvolle Berufserfahrungen auf das Gebiet der hausärztlichen Tätigkeit gesammelt werden. Dies ist ein Zusatznutzen, der speziell nur diesem Personenkreis zu Gute kommt.

Wir sprechen gezielt alle Medizinstudenten an: Nutzen Sie diese gemeinschaftlich vom Freistaat Sachsen, Ärzten und Krankenkassen gewährte Leistung und investieren Sie bereits jetzt in Ihre berufliche Zukunft.


Interessenten erhalten nähere Informationen bei der
Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen, PF 10 06 36, 01076 Dresden,
Telefon: +49 (0) 351 8290 660;
E-Mail: foerderung@kvs-lgst.de oder im Internet unter www.kvs-sachsen.de.

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Gemeinsame Pressemitteilung

der Arbeitsgemeinschaft LAVA – „Länderübergreifender Angemessener VersorgungsAnspruch“, ein Zusammenschluss der Kassenärztlichen Vereinigungen Brandenburg, Nordrhein, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Schleswig-Holstein, Westfalen-Lippe

Mehr Morbidität – mehr Geld!

Potsdam, 11.11.2011. Unmissverständlich und mit Nachdruck forderten die Vertreter der acht LAVA-KVen auf ihrer gestrigen Zusammenkunft in Berlin die Politik auf, gesetzlich zu regeln, dass die Gelder der Krankenkassen dorthin fließen, wo sie aus medizinischen Gründen auch benötigt werden; wo die Menschen älter und kränker sind.

„Ohne eine Regelung im Gesetz gelingt es nicht, die Kassen müssen dazu verpflichtet werden“, stellte Brandenburgs KV-Vorsitzender, Dr. med. Hans-Joachim Helming, fest. Denn obwohl die Krankenkassen aus dem Gesundheitsfonds entsprechend der Morbidität ihrer Versicherten Gelder erhielten, würden diese nicht im vollen Umfang an die KVen weitergegeben. Das habe zur Folge, dass die medizinische Versorgung der Versicherten in unverantwortlicher Weise gefährdet würde.

Die bisherige Diskussion des neuen GKV-Versorgungsstrukturgesetzes lasse bislang nicht erkennen, dass der Gesetzgeber bereit ist, sich für eine sachgerechte Verteilung der Finanzmittel per Gesetz zu entscheiden. Sollte diese Chance einer gerechten Finanzierung erneut vergeben werden, strengen die LAVA-KVen über die jeweiligen Landesregierungen einen Normenkontrollantrag beim Bundesverfassungsgericht an.

Es sei politisch kurzsichtig, wenn jetzt die Chance, die sich mit dem GKV-Versorgungsstrukturgesetz für eine Korrektur der Verteilung der Gelder für die ambulante Medizin biete, wieder einmal vertan würde. „Diese Aussitzerei von Problemen seit vielen Jahren muss endlich ein Ende haben! Das Finanzdefizit in den Ländern der LAVA-KVen verschärft sich von Jahr zu Jahr weiter und muss dann mit einem viel größeren Aufwand als heute gelöst werden“, so Dr. Helming im Namen der LAVA-Vertreter.

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Zum Hintergrund:

Die acht „LAVA-KVen“ vereint die gemeinsame Situation, dass sie aufgrund der Demographie und Morbidität der Bevölkerungsstruktur einen überdurchschnittlichen medizinischen Behandlungsbedarf der Versicherten abdecken, dafür aber nur unterdurchschnittliche Finanzmittel dafür von den Kassen bereitgestellt bekommen. Im Bundesdurchschnitt zahlen die Kassen für ambulante Medizin 344 Euro pro Versicherten und Jahr. In Westfalen-Lippe sind es 318 Euro, in Sachsen-Anhalt 322 Euro, in Nordrhein 328 Euro, in Schleswig-Holstein 333 Euro, in Brandenburg, Rheinland-Pfalz und Sachsen je 336 Euro und in Thüringen 337 Euro.

Normenkontrolle ist die gerichtliche Überprüfung der Gültigkeit von Rechtsvorschriften.


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