Dr. Stefan Windau zum Vize der KBV-Vertreterversammlung gewählt
- Rechts neben dem wieder gewählten KBV-Vorstand von rechts nach links
der neue Vorsitzende der KBV-VV
Dipl.-Psych. Hans-Jochen Weidhaas
aus Bad Dürkheim, sein 1. Stellvertreter
Dr. med. Stefan Windau aus
Leipzig und der 2. Stellvertreter
Dr. med. Andreas Gasse aus Düsseldorf
Die konstituierende Vertreterversammlung der KBV hat am 15. März den Leipziger Internisten Dr. Stefan Windau zu ihrem 1. Stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.
Herzlichen Glückwunsch, Herr Dr. Windau. Warum haben Sie sich für dieses Amt beworben?
Getragen von dem Wunsch einer breiten Mehrheit nach Veränderung bin auch ich zur Kandidatur aufgefordert worden. Es geht um die Wahrnehmung des Willens der Basis, ihrer Sorgen und Forderungen, ihres Wunsches nach erlebbarer Interessenvertretung. Den meisten Kollegen, die das KBV/KV-System kritisieren, geht es nicht um Fundamentalopposition. Sie befürworten es im Grunde, verstehen es aber teils nicht mehr und fühlen sich nicht gut vertreten. Überbordende und scheinbar sinnentleerte Bürokratie verdeckt die tatsächlichen Erfolge. Wir haben es bisher nicht genug verstanden, das Für und Wider von Entwicklungen und Entscheidungen so zu kommunizieren, dass sich der Einzelne darin wiederfindet. Wir müssen in klaren Worten erklären, was die Alternativen wären von dem, was wir tun oder nicht tun. Bei durch den Gesetzgeber 2004 verordneter Hauptamtlichkeit der KV-Vorstände war nun eine Stärkung des Ehrenamtes im Sinne der Interessenvertretung dringend erforderlich. Darüber besteht in der KBV-Vertreterversammlung mit dem KBV-Vorstand Konsens. Hier geht es um ein Austarieren, nicht um ein Gegeneinander. Die Zeichen stehen – von beiden Seiten – auf Zusammenarbeit.
Seit 2005 sind Sie nunmehr in der 2. Wahlperiode Vorsitzender unserer Vertreterversammlung. Was wollen und können Sie in Berlin besser bewegen als in Sachsen?
Viele Grundsatzentscheidungen, vor allem honorarpolitische und strategische, werden nun einmal in Berlin getroffen. Somit sind die Aufgaben in Dresden und Berlin schon unterschiedlich – aber gleichermaßen wichtig. Die bisherige Mitarbeit in KBV-Gremien und natürlich die in der VV der KVS sind hier sehr nützlich. Gerade die Verbindung zur Basis ist für das weite Feld der Interessenvertretung extrem wichtig. Ohne meine Verankerung in Sachsen könnte ich die Arbeit in Berlin nicht tun, schon allein deswegen, weil die Vertreterversammlung der KVS mich in die KBV-VV gewählt hat. Dies war eine Grundvoraussetzung, um überhaupt für ein solches Amt kandidieren zu können.
Die neue KBV-Vertretersammlung spiegelt in ihrer neuen Zusammensetzung das aktuelle Bild der ambulanten Ärzteschaft Deutschlands wider. Eine Zweidrittelmehrheit bevorzugt den Kurs der bisherigen Führung, ein Drittel sieht die Ziele anders. Auf die Versammlungsleiter kommt eine anspruchsvolle Moderation zu. Wo sehen Sie Ansätze für gemeinsame Lösungen mit denen alle gut leben können?
Es ist uns allen klar – es muss sichtbare Veränderungen geben. Transparenz und Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen sind Voraussetzungen für Akzeptanz. Eine große Linie muss erkennbar werden. Dies fordern die Kollegen zu Recht. Ich sehe meine Aufgabe im Moderieren und Integrieren.
Wir müssen zu einer Diskussionskultur zurückfinden, die nach nun stattgehabten Wahlen lösungsorientiertes Handeln in den Vordergrund stellt. Wir müssen auch den Mut haben Konflikte aushalten zu können, diese klar kommunizieren und Alternativen offen darstellen. Ich bin mir sicher, dass sich letztendlich langfristig belastbare Konzepte durchsetzen werden. Sicherlich wird es in dieser Vertreterversammlung nicht einfacher, aber es besteht die Chance zu neuen Wegen. Wir dürfen aber keine Zeit mehr verlieren.
Worin sehen Sie die wichtigsten Aufgaben der neuen KBV-Legislatur?
Die Lösung der Honorarverteilungsproblematik unter den Prämissen, dass das Geld der Leistung und der Morbidität folgt, unabhängig von der Himmelsrichtung und natürlich dass die Vergütung angemessen ist. Dies wird ein hartes Stück Arbeit. Gerade hier sind Nachvollziehbarkeit, Klarheit und Gerechtigkeit wichtig, aber immer unter Voranstellen der Interessen der Patientenversorgung. Diese wird aber nur dann dauerhaft qualitativ hochwertig garantiert werden können, wenn wir eben auch diese Prämissen beherzigen. Hier ist natürlich auch die Politik gefordert.
Es stellt sich auch die Frage, wie künftig die Verteilung der Kompetenzen zwischen KBV und den KVen aussehen soll, wie die Interessenvertretung und damit das Verhältnis von Haupt- zu Ehrenamt. Wir müssen zu einer sinnvollen Klärung der Rolle von Kollektivvertrag und Selektivvertrag kommen. Ebenso ist die Gebührenordnung so zu strukturieren, dass Pauschalen aber auch Einzelleistungen so zueinander stehen, dass die Abbildung des tatsächlichen Leistungsgeschehens wieder möglich wird. Wir werden sehr bald schon auf die Vorstellungen der Politik zu einem Versorgungsgesetz reagieren. Wir werden viel Kraft darauf verwenden, dass sich unsere Mitglieder wieder stärker mit dem KV-System identifizieren wollen und können.
Wie wird sich Ihre Tätigkeit in Berlin für Sachsen auswirken?
In meiner neuen KBV-Funktion wird vieles gebündelt sein, was es mir ermöglicht, meine Aktivitäten zu konzentrieren und in weniger Gremien mitzuarbeiten. Dies schafft zeitliche und gedankliche Freiräume. Meine politische Heimat ist und bleibt auch künftig Sachsen – ohne irgendwelche Abstriche!
Wir danken für das Gespräch und wünschen Ihnen alles Gute!
– Öffentlichkeitsarbeit/im –
Vorstand der KBV im Amt bestätigt
Vorstandswahl – Das Parlament der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeutenbescheinigt dem bisherigen Vorstand der KBV erneut sein Vertrauen.
Die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hat heute in geheimer Wahl den Vorstand der Organisation für die neue Legislaturperiode bestimmt.
Dr. Andreas Köhler und Dr. Carl-Heinz Müller, die bisherigen Amtsinhaber, konnten den Urnengang erneut für sich entscheiden. Dabei entfielen auf Köhler 39 von 59 abgegebenen Stimmen. Müller konnte 40 der 60 Wahlberechtigten für sich gewinnen.
Beide hatten jeweils einen Gegenkandidaten. Köhler wird wieder die Funktion des Vorsitzenden übernehmen. Das hat die Versammlung in einer separaten Abstimmung entschieden.
Köhler bekleidet seit 2005 das Amt des Vorstandsvorsitzenden. Zuvor war er in verschiedenen Funktionen für die KBV tätig, unter anderem als Hauptgeschäftsführer.
Müller, Facharzt für Allgemeinmedizin, ist seit 2007 sein Kollege im Vorstand. Zuvor war er Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Rheinland-Pfalz. Ursprünglich sollte die Wahl des KBV-Vorstands am 8. April stattfinden. Die Vertreterversammlung, die heute zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammenkam, beschloss jedoch nach einem entsprechenden Antrag aus den eigenen Reihen, die Wahl vorzuziehen. Der Antrag wurde damit begründet, dass wegen des geplanten Versorgungsgesetzes KBV und KVen schnell handlungsfähig sein müssten. Bis Ostern sollen Eckpunkte für dieses Gesetz vorliegen.
Als eines der wichtigsten gemeinsamen Ziele für die neue sechsjährige Amtszeit bezeichnete der Vorstand den Kampf gegen den Ärztemangel. „Einem stetig steigenden Behandlungsbedarf stehen nach wie vor begrenzte finanzielle Mittel und immer weniger Ärzte gegenüber. Hier spielt auch die künftige Bedarfsplanung eine wesentliche Rolle.
Für deren Reform haben wir bereits neue Instrumente entwickelt und ein Konzept vorgelegt“, sagte Köhler. Ein wesentlicher Faktor dabei sei, den Arztberuf wieder attraktiver zu machen, um Nachwuchs zu gewinnen. „Dafür müssen endlich die Richtgrößenprüfung und die Arzneimittelregresse weg. Dieses Ziel werden wir konsequent weiterverfolgen“, betonte Müller. Beide bekannten sich ausdrücklich zum Vertragswettbewerb, in dem Selektivverträge für bestimmte Versorgungsbereiche den Kollektivvertrag ergänzen.
Ein weiteres wichtiges Ziel des Duos ist, die Honorare der Ärzte stärker an den erbrachten Leistungen auszurichten: „Wir wollen weg von der Pauschalierung und zurück zur Einzelleistungsvergütung, damit die Arbeit der Ärzte wieder echte Wertschätzung erhält“, erklärte Köhler.
Er griff auch den Vorwurf mancher KV-Mitglieder auf, das System sei zu zentralistisch: „Wir wollen die Länder wieder mehr in die Entscheidungsfindung einbinden. Auch die Honorarverteilung wollen wir komplett regionalisieren, so dass die KVen besser auf regionalen und lokalen Versorgungsbedarf reagieren können.“
(Pressemitteilung der KBV vom 11.03.2011)
In verschiedene Ausschüsse der KBV wurden folgende Standesvertreter gewählt:
Beratender Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten:Dipl.-Psych Hans-Jochen Weidhaas, Dr. Stefan Windau, Dr. Andreas Gassen,
Dr. Sigrid Ultes-Kaiser, Dr. Ingeborg Kreuz, Dr. Angelika Prehn, Mark Barjenbruch,
Dipl.-Psych. Gebhard Hentschel
Finanzausschuss:
Dr. Hans-Joachim Helming, Dr. Gerhard Nordmann, Dr. Michael Späth,
Dipl.-Med. Regina Feldmann, Dipl.-Psych Dieter Best
Beratender Fachausschuss für die fachärztliche Versorgung:
Dr. Frank Bergmann, Dr. Michael P. Jaumann, Dr. Horst Feyerabend, Dr. Werner Schlake,
Dr. Theodor Windhorst
Beratender Fachausschusses für die hausärztliche Versorgung:
Dr. Hans-Reinhard Pies, Rainer Kötzle, Dr. Annette Rommel, Dr. Hermann Kämpfer,
Dr. Roland Ulmer
Beratender Fachausschuss für Psychotherapie:
Dr. Irmgard Paffinger, Dr. Martin Kremser, Dr. Margret Stennes, Dr. Herbert Menzel,
Dr. Christa Roth-Sackenheim, Dr. Christa Schaff, Dipl.-Psych Dieter Best,
Dipl.-Psych Gebhard Hentschel, Dipl.-Psych. Karen Franz, Dipl.-Psych Michael Josef Ruh, Dipl.-Psych. Jürgen Doebert, Uwe Keller
