Was sind die Erfolgsfaktoren einer Praxisübernahme?
In Deutschland fehlt der Ärztenachwuchs. Vor allem in den neuen Bundesländern ist die hausärztliche Versorgung gefährdet. Verschiedene Unterstützungsangebote sollen jungen Medizinern die Entscheidung für die Übernahme einer Hausarztpraxis erleichtern. Dazu gehören angestrebte Reformen der Zulassungsregularien und die Verbesserung der Rahmenbedingungen.Das seit 2009 von der Ärztekammer Sachsen koordinierte Netzwerk „Ärzte für Sachsen“ zielt als Service- und Informationsplattform darauf ab, junge Mediziner für den Freistaat zu gewinnen.
Die Anforderungen und Vorstellungen potenzieller Praxisinhaber an das zukünftige Tätigkeitsfeld sind bekannt. Welche Erwartungen sich nach einer Praxisübernahme aber tatsächlich erfüllt haben, ist weniger gut erforscht. Über dieses Wissen verfügen niedergelassene Ärzte, die bereits eine Praxis übernommen haben. Sie können mit ihren Erfahrungen dazu beitragen, bestehende Unterstützungsangebote zu evaluieren, ihren jungen Kollegen den Weg in die Selbstständigkeit zu erleichtern und auch ihre Praxis in einigen Jahren erfolgreich zu übergeben. Diesen Ansatz verfolgt ein Projekt der TU Dresden unter Leitung von Professor Dr. Michael Schefczyk. In einer Vorstudie wurden in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen, Vertretern der Ärzteschaft, der Berufsverbände und Ärztekammer, aber auch externen Beratern, Einflussgrößen auf den Praxisübernahmeerfolg ermittelt. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass unter anderem die Vorbereitung auf die Übernahmesituation, die Reaktion der Mitarbeiter und die Finanzierungsstruktur eventueller Übernahmekosten Einfluss auf den Erfolg der Praxisnachfolge haben.
Können die Hausärzte, die bereits eine Praxis übernommen haben, dies bestätigen? Damit wäre eine Grundlage zur Evaluation bestehender und zur Entwicklung zukünftiger Unterstützungsangebote gegeben. Die Antwort darauf soll eine Befragung in Sachsen liefern. Die TU Dresden möchte unter der Projektleitung von Katja Werner in Zusammenarbeit mit der Kassenärzlichen Vereinigung Sachsen die Erfahrungen niedergelassener Hausärzte nach erfolgter Praxisübernahme erfassen. Eine Umfrage dazu ist für April 2011 vorgesehen.
Zentrale Themen der Untersuchung sind:
• Aus welchen Gründen haben die Ärzte eine Praxis übernommen?
• Wurden die Erwartungen erfüllt?
• Wer unterstützte den Schritt in die Selbstständigkeit?
• Welche Aspekte führten zu einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung?
• Wie bewerten die Hausärzte ihre Entscheidung rückblickend?
• Womit waren sie unzufrieden?
Die rückblickende Bewertung der eigenen Praxisübernahme liefert die Informationen, auf deren Basis zukünftige Unterstützungsangebote für junge Mediziner erstellt werden können. Es ist deshalb sehr wichtig, dass sich so viele Ärzte wie möglich an der Umfrage beteiligen und damit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Versorgungssituation im Freistaat Sachsen leisten. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
– Katja Werner –
Fakten:
Projekt der Technischen Universität Dresden, Fakultät Wirtschaftswissenschaften, Lehrstuhl für Entrepreneurship und Innovation
Lehrstuhlinhaber:
Prof. Dr. Michael Schefczyk
Ansprechpartnerin:
Katja Werner, Tel.: 0351 463-36860, E-Mail: Katja.Werner@tu-dresden.de
Projektunterstützung:
Kassenärztliche Vereinigung Sachsen
Ansprechpartner in den Bezirksgeschäftsstellen:
Chemnitz: Frau Baumgart, Tel.: 0371 2789403
Dresden: Herr Dr. Hentschel, Tel.: 0351 8828301
Leipzig: Frau Eichler, Tel.: 0341 2432153
Die von der KVS unterstützte Studie der TU Dresden analysiert die Erfolgsfaktoren der Übernahme einer Hausarztpraxis.
Die Ergebnisse liefern einen wertvollen Beitrag für die Gestaltung künftiger Förderprogramme, die auf eine effziente Unterstützung übernahmeinteressierter Hausärzte abzielen.
Die Befragung richtet sich an alle Hausärzte in Sachsen, die in den letzten 10 Jahren eine Praxis übernommen haben. Der Fragebogen wird Ihnen im April zugesandt.
Für Fragen zur Studiendurchführung und zur Auswertung steht Ihnen Katja Werner gern zur Verfügung.
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