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Pilotveranstaltung zur Moderatorengrundausbildung für Qualitätszirkelleiter durch Tutoren in der KV Sachsen

Interview mit Tutor Steffen Heidenreich

Ziel der Leitlinie „Qualitätszirkel in Sachsen“ vom 01.10.2009 ist es, Qualitätszirkel im Bereich der KVS weiter zu qualifizieren. Die Ausbildung als Moderator – als Voraussetzung zur weiteren Anerkennung eines Qualitätszirkels – soll dabei die Arbeit der Qualitätszirkelleiter unterstützen. In der KVS werden die Moderatorenschulungen zunehmend durch ausgebildete Qualitätszirkel-Tutoren durchgeführt. Diese schulen nach dem „Train-the-Trainer-Konzept“ der KBV ihre Moderatorenkollegen methodisch sowie fachlich. Ein wichtiger Schwerpunkt dieser Schulungen ist z.B. die erfahrungsbezogene Vermittlung von der Erstellung und Umsetzung verschiedener Dramaturgien mit der Möglichkeit zur praktischen Übung.

Am 26. und 27. November 2010 fand in Dresden unter Leitung des Tutors Steffen Heidenreich die Pilotveranstaltung zur Modatorengrundausbildung statt (Herr Heidenreich ist FA für Allgemeinmedizin und Leiter eines Qualitätszirkels im Raum Auerbach, seit Ende 2009 hatte er sich als Tutor für die KVS ausbilden lassen).


Wir führten mit ihm nachstehendes Interview:

Herr Heidenreich, mit welchen Themen beschäftigt sich Ihr Qualitätszirkel?
Neben den notwendigen Themen Diabetes mellitus, Koronare Herzkrankheit (KHK), Asthma und COPD, die uns die DMP-Programme vorgeben, bearbeiten wir insbesondere Themen, die die Umsetzung von Leitlinien in die tägliche Praxis beinhalten. Im Rahmen eines Experteninterviews laden wir uns hierzu Fachexperten ein, die uns bei diesem Vorhaben unterstützen.

Welche Vorteile sehen Sie in Ihrer Qualitätszirkelarbeit im Vergleich zu anderen etablierten Formen des kollegialen Austausches, wie z.B. dem Stammtisch?
Sie ermöglicht den Ärzten eine Form der Arztbildung zu nutzen, die auf Basis wissenschaftlicher Forschung entstanden, vielfach erprobt und für das Lernen ambulant tätiger Ärzte optimiert wurde. Am Ende eines jeden Zirkels steht ein messbares, qualitativ hochwertiges Ergebnis, das in der täglichen Arbeit des Arztes Anwendung findet und sich natürlich auch im Qualitätsmanagement niederschlägt.

Welche Schwierigkeiten sehen Sie dabei speziell als Moderator?
Eine neue Form des Lernens innerhalb der Ärzteschaft muss bekannt gemacht und als Form des Wissenserwerbs etabliert werden. Unabdingbare Voraussetzung dafür ist zunächst die Akzeptanz der ärztlichen und psychotherapeutischen Kollegen, die es zu gewinnen gilt.

Was waren Ihre Beweggründe, für die KVS als Tutor tätig zu werden?
Nachdem in den KVS-Miteilungen Tutoren gesucht wurden, habe ich mich mit dem Konzept der KBV auseinandergesetzt, mit Literatur versorgt und dieses Konzept für mich entdeckt. Dann lernte ich in Berlin Kollegen kennen, die bereits seit mehreren Jahren dieses Konzept lehren und lernen, was mich letztendlich in meinem Entschluss als Tutor tätig zu werden, bestärkte.

Worin sehen Sie die Vorteile der Moderatorengrundausbildung durch Tutoren im Vergleich zur Schulung durch externe Referenten?
Wir Tutoren haben den Vorteil das Qualitätszirkel-Konzept der KBV zu kennen und umsetzen zu können. Wir kennen die Dramaturgien der Qualitätszirkel-Arbeit und können diese einschließlich unserer eigenen Erfahrungen damit an die Moderatoren weitergeben. Unser Anliegen ist es, Moderatoren unvoreingenommen das Qualitätszirkel-Konzept der KBV vorzustellen und zu zeigen, welche Veränderungen in der ärztlichen Bildung möglich sind, um die Qualität unserer Arbeit transparent zu machen.

Welche Schulungsinhalte waren aus Ihrer Sicht besonders wichtig?
Nach anfänglichen theoretischen Ausführungen kristallisierte sich ein großes Interesse an den Dramaturgien heraus, die dann am zweiten Tag der Schulung genauer vorgestellt wurden. Auf Grund dessen sollen diese Inhalte im Rahmen der zukünftigen Schulungen intensiviert und sukzessive ausgebaut werden.

Was sind Ihre Argumente, wenn Sie einen ärztlichen oder psychotherapeutischen Kollegen von der Qualitätszirkelarbeit überzeugen möchten?
Mit der Qualitätszirkelarbeit wurde eine andere Form des Wissenserwerbs für Ärzte entwickelt, die es uns ermöglicht, unsere Arbeit und unser Lernen, auch im Rahmen des Qualitätsmanagements, transparent und für jeden nachvollziehbar zu gestalten und unabhängig von den Interessen Dritter zu entwickeln.

Herr Heidenreich, vielen Dank für das informative Gespräch.

Nachbemerkung:
Die Pilotveranstaltung bewerteten die Schulungsteilnehmer einhellig positiv. Insbesondere lobten sie die Vermittlung von Dramaturgien (z.B. zu evidenz-basierten Leitlinien) sowie den gegenseitigen Erfahrungsaustausch mit Hinweisen des erfahrenen Tutors zur praktischen Qualitätszirkelarbeit.

– Qualitätssicherung/men –

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Neuer Leiter der Bezirksgeschäftsstelle Chemnitz

Herr SR Dr. med. Wolfgang Beyreuther geht in den Ruhestand


Am 31.12.2010 endete die fünfte Legislaturperiode der Vertreterversammlung der KV Sachsen. Damit bahnte sich auch der Führungswechsel in der Bezirksgeschäftsstelle Chemnitz an. Herr SR Dr. med. Wolfgang Beyreuther hat den sogenannten Staffelstab des Leiters an Herrn Dipl.-Med. Axel Stelzner weitergereicht.

Für Herrn SR Dr. med. Wolfgang Beyreuther geht eine fast zwanzigjährige Schaffenszeit für die KV Sachsen zu Ende. Abschiede bieten auch Gelegenheit, die vergangenen Jahre kurz Revue passieren zu lassen.

Herr SR Dr. Beyreuther studierte von 1962 bis 1968 Humanmedizin an der Medizinischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin. Während seiner über 20jährigen Tätigkeit als Betriebsarzt an der Poliklinik Sachsenring in Zwickau hat er die sächsischen Automobilbauer begleitet; ein offenes Ohr auch für ihre Sorgen und Nöte gehabt.

Oftmals behandelte er gesamte Familien, denn es war schon üblich, dass Vater und Sohn und die Frauen einer Familie „im Sachsenring“ arbeiteten. Im Juni 1970 promovierte Herr Dr. med. Beyreuther und im Februar 1974 erhielt er seine Anerkennung zum Facharzt für Arbeitsmedizin.

Nach der Wende stand auch in Sachsen die schwierige Aufgabe an, mit der Kassenärztlichen Vereinigung eine für hiesige Verhältnisse völlig neue Form der ärztlichen Selbstverwaltung und Interessenvertretung niedergelassener Ärzte aufzubauen. Bereits im Gründungsjahr 1991 begann für Herrn SR Dr. med. Beyreuther die aktive Arbeit in und für die KV Sachsen. Er war Mitglied der ersten Vertreterversammlung der KV Sachsen und wurde von den Vertrauensleuten zum Stellvertretenden Vorsitzenden der Bezirksstelle Chemnitz gewählt.

Maßgeblich trug er dazu bei, dass sich eine starke KV Sachsen als Körperschaft des öffentlichen Rechts bildete. Von 2001 bis 2004 wirkte Herr SR Dr. Beyreuther als Stellvertretender Vorsitzender der Vertreterversammlung.

Seine Tätigkeiten für die KV Sachsen waren äußerst vielseitig; ob als Prüfarzt, Vorsitzender des Plausibilitätsausschusses, Vertreter der KVS im Landesschiedsamt oder als Mitglied des Landesausschusses – um nur einige Beispiele zu nennen.

Herr SR Dr. Beyreuther baute auch im wahrsten Sinne mit an seiner neuen „Bezirksstelle“ an der Carl-Hamel-Straße. Seine Mitwirkung im damaligen Bauausschuss verdient auch heute noch volle Anerkennung.

Ab 01.01.2005 wurde Herr SR Dr. med. Beyreuther vom Vorstand zum Leiter der Bezirksgeschäftsstelle Chemnitz berufen. Seitdem lenkte er als Nachfolger von Frau SR Dr. med. Schwäblein-Sprafke die Geschicke der Bezirksgeschäftsstelle. Obwohl er seine Tätigkeit als niedergelassener Arzt zum 30.09.2007 beendete, widmete er sich nach wie vor den Inte-ressen der niedergelassenen Haus- und Fachärzte sowie der Psychotherapeuten des Direktionsbezirkes Chemnitz.

Bekanntermaßen ist Herr SR Dr. med. Beyreuther sehr reiselustig. Wir wünschen ihm und seiner Ehefrau viele inte-ressante Erlebnisse (vor allem aber eine gute Gesundheit) und danken ihm für die über viele Jahre in der KV Sachsen geleistete Arbeit.

Herr Axel Stelzner, der neue Bezirksgeschäftsstellenleiter

Herr Dipl.-Med. Axel Stelzner übernahm mit Wirkung vom 1. Januar 2011 den Staffelstab von Herrn Dr. Beyreuther. 1964 geboren, studierte Axel Stelzner von 1985 bis 1991 an der Universität Leipzig Humanmedizin. Zunächst begann er die Facharztausbildung im Fach Chirurgie. Um in die Hausarztpraxis seiner Mutter eintreten zu können, wechselte er zur Allgemeinmedizin, wofür er 1999 die Facharztanerkennung erhielt. Leider verstarb Frau Dr. med. Karin Stelzner drei Jahre nach dem Start der Gemeinschaftspraxis in Lichtentanne. Nun ist seit 2004 sein Bruder Dr. med. Frank Stelzner, Internist und Kardiologe, Partner.

Seit 2005 und damit jetzt in der 2. Wahlperiode ist Herr Stelzner Mitglied des Regionalausschusses Chemnitz und der Vertreterversammlung der KV Sachsen sowie stellv. Mitglied im Beratenden Fachausschuss Hausärzte.

Seit 2006 ist er Mitglied im Plausibilitätsausschuss. Er sieht es als sein wichtigstes Ziel an, dabei zu helfen, „faire Kompromisse zwischen unterschiedlichen Interessen niedergelassener Kollegen zu suchen, denn fehlendes Zusammengehörigkeitsbewusstsein ist Nährboden für Spaltung.“

Dafür und für seine verantwortungsvolle Arbeit wünschen wir ihm viel Erfolg.

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