Danke!
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
danke ist die kürzeste Formulierung für das, was ich Ihnen heute sagen möchte. Dieses Editorial ist mein letztes. Zum Jahreswechsel gehe ich in den Ruhestand. Der Oldtimer erreicht wie auf dem Titelbild das Ziel einer 20-jährigen Fahrt durch Berg und Tal mit vielen Kurven bei denen ich vorher überlegen musste, was mich nach der nächsten Kehre erwartet.
Mit dem abgebildeten Horch sind wir schon zu DDR-Zeiten Rallye gefahren. Eine besondere Aufgabe war, dass der Beifahrer während der Durchfahrt von Schikanen ein Glas Wasser zum Fenster hinaus halten musste. Sieger wurde der mit dem vollsten Glas. Irgendwie hat mich das auch auf die Zeit der Verhandlungen in späteren Jahren vorbereitet.
Dass ich einmal Ärztin werde, war relativ früh klar, mein Vater war auch Dermatologe. Dass ich in einer ärztlichen Selbstverwaltung arbeite, dass es diese überhaupt gibt, ist den Akteuren in den Herbsttagen 1989 zu danken.
In all den ereignisreichen Jahren hatte ich das große Glück, vieles lernen und erleben zu dürfen, mit den Aufgaben und der Verantwortung zu wachsen. Vordergründig ging es in den berufspolitischen Kämpfen um’s Geld. Doch für mich standen immer die Menschen im Mittelpunkt: unsere Patienten und die Kollegen.
Hier bleiben die interessanten Begegnungen und positiven Erlebnisse am stärksten in meinem Gedächtnis haften. Das ist ein Schatz, den mir keiner nehmen kann und für den ich sehr dankbar bin.
Deshalb bedanke ich mich hier und heute bei meinen Wegbegleitern für das entgegengebrachte Vertrauen und die angenehme und gute Zusammenarbeit. Ich danke den Ärzten und Psychotherapeuten in unserer KV, den Mitarbeitern in den Geschäftsstellen, den Vorstandskollegen und natürlichen meinen Patienten, die „ihre Haut in meine Praxis getragen haben“.
Der Abschied fällt mir schwer, auch wenn ich Zeit hatte, mich darauf vorzubereiten. Gerade bei den Patienten ist der Abschied besonders emotional. Auf dem Höhepunkt meines Schaffens selbstbestimmt gehen zu können, auch das macht mich dankbar.
Es war eine schwere, vor allem aber eine schöne Zeit. Machen Sie es gut und übertragen Sie Ihr Vertrauen bitte auf meinen Nachfolger. Ihm und allen Ehrenamtsträgern der nächsten Wahlperiode wünsche ich alles Gute, immer ein glückliches Händchen und viel Durchhaltevermögen.
Ihre dankbare


Ulrike Schwäblein-Sprafke
