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Kontinuität

Portrait des Vorstandsvorsitzenden Dr. Klaus Heckemann

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

 

das Ergebnis der ersten Vertreterversammlung der neuen Legislaturperiode kann man am kürzesten mit Kontinuität beschreiben. Erst einmal danke ich ganz persönlich für das Vertrauen, das Sie auch in mich gesetzt haben. Es geht hier aber nur am Rande um meine Person. Ein Blick in andere KVen hätte Werner Tübke wohl zu einem Schlachtengemälde veranlasst. Wenn sich die rivalisierenden Gruppen gegenseitig zerfleischen, erhöht das vielleicht den chirurgischen Kollegen die Fallzahl, blockiert aber Zeit und viel Kraft, die wir besser gemeinsam für die Durchsetzung unserer berufspolitischen Interessen gegenüber Politik und Kassen benötigen.

 

Kontinuität ist nicht nur an Personen gebunden. Sie ist schwer einzuhalten, wenn sich ständig die gesetzlichen Rahmenbedingungen ändern. Hier reicht es nicht, das Lenkrad gerade zu halten, sondern es gilt, die plötzlich auftauchenden Schlaglöcher bestmöglich zu meiden. Das geht nicht ohne Beulen ab, insbesondere wenn der Verkünder der Botschaft als vermeintlicher Verursacher angegriffen wird.

 

Kontinuität wird es nach guter sächsischer Tradition weiterhin in der bewährten Zusammenarbeit Hausärzte – Fachärzte – Psychotherapeuten, mit den Berufsverbänden und anderen ärztlichen Körperschaften geben.

 

Kontinuität ist nicht das typische Merkmal der Annäherung des Vergütungsniveaus von Ost an West. Die jüngere Vergangenheit hat gezeigt, dass es hier leider keine konstante Entwicklung gibt. Asymmetrische Verteilung heißt das Schlag- oder auch Reizwort. Dazu verweise ich auf den Kasten nach dem Editorial. Es ist uns durch schon penetrante Kontinuität des Dranbleibens in der letzten Legislative gelungen, eine belastbare Basis für eine Forderung nach Angleichung des Honorarniveaus zu schaffen. Letztendlich haben wir eine Steigerung auf 94 % erreicht. Dies entspricht einer Erhöhung der Gesamtvergütungsmittel in Sachsen um gut 16 %. Dieser Erfolg wurde von einigen Kollegen zunächst nur wenig als Erfolg wahrgenommen. Grund hierfür war die Honorarreform 2009. Jeder hatte mit durchweg zweistelligen Honorargewinnen gerechnet. Bei manchen blieb eine Steigerung nicht nur aus, sondern es waren auch Verluste festzustellen. Ein kontinuierliches Nachjustieren hat mittlerweile die größten Verwerfungen geglättet.

 

Kontinuität bleibt uns beim Ärztemangel erhalten. Auch bemühen wir uns weiter kontinuierlich um systematische, sprich gesetzliche Verbesserungen zur erfolgreichen Praxisnachfolge zu erreichen. Zwar fehlt es noch immer an Ärzten, speziell an auf dem Lande tätigen Hausärzten. Durch die Einführung eines Demografiefaktors in die Bedarfsplanung lässt sich der tatsächliche Bedarf an Kollegen nun wenigstens sachgerechter bestimmen. Dies stellt schon eine Grundvoraussetzung dar, durch Maßnahmen, wie z. B. Sicherstellungszuschläge, Lenkungseffekte erzielen zu können. Es ist aber nur der erste Schritt auf einem noch langen und nicht einfachen Weg.

 

Kontinuität heißt nicht Stillstand: Neue Herausforderungen wie die Online-Abrechnung und die neuen Kodierrichtlinien „stehen vor der Tür“. Wir werden auch hier versuchen, bestmöglich die Umsetzung gesetzlicher Vorgaben und die Wahrung ärztlicher Interessen zu verbinden.

 

Kontinuität in der ärztlichen Betreuung für unsere Bevölkerung war, ist und bleibt für uns sächsische Vertragsärzte ein hohes Gut, gerade auf dem Lande. So passt unser Titelbild nicht nur zur Kontinuität, sondern auch zu einem Schwerpunkt unserer Arbeit. Gerade im ländlichen Bereich wird noch manche Furche zu pflügen sein, damit etwas nachwachsen kann.

 

 

 

Mit freundlichen kollegialen Grüßen

Sig. Dr. Klaus Heckemann





Ihr Vorstandsvorsitzender Klaus Heckemann

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