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Bayerische Ärzte strömen nach Sachsen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

 

sind die bayerischen Ärzte schon durch Ihre Straße gezogen? Haben sie an Ihrer Praxis geklingelt und sich gegenseitig überboten, Ihnen diese abzukaufen? Noch nicht? Seien Sie darauf gefasst!

 

Sie schütteln den Kopf? Wussten Sie nicht, dass für sächsische Ärzte Milch und Honig fließen in Form aus Bayern abgezogener Versichertenbeiträge? Dann schauen Sie auf die Werbung unserer sonst so geschätzten Kollegen auf der 4. Umschlagseite. Wenn es denn so ist, wie die Kollegen im weißblauen Süden unseres Vaterlandes behaupten, müssen doch die Menschen dem Geld folgen und um die Nachfolge unserer Praxen buhlen. Es war noch keiner bei Ihnen? Komisch. Liegt es vielleicht daran, dass es hier kaum Privatpatienten, dafür mehr alte und kranke Menschen gibt, dass wir bis 20 % mehr Patienten versorgen müssen? Liegt es daran, dass wir zwar durch die Gesundheitsreform inzwischen mehr Honorarmittel haben, aber noch nicht auf Westniveau?

 

Wir wollen uns nicht beschweren und auf hohem Niveau jammern. Gerade den Bayern bleiben wir für die materielle und immaterielle Unterstützung in unseren Aufbaujahren dankbar. Schon lange vor der Wiedervereinigung hat auch die Solidarität unter den Bundesländern dem Agrarland Bayern zum Wohlstand verholfen. Wie sieht es heute aus?

Im bundesweiten Durchschnitt stehen 2010 pro GKV-Versicherten 334 Euro zur Verfügung. Wir Sachsen liegen bei 321, die Bayern bei 354 Euro. An dieser Stelle schauen Sie bitte auf das Zitat unten.

 

Wir wollen hier auch ausdrücklich keine Ost-West-Diskussion beginnen. Die KV Schleswig-Holstein hat die KV Bayerns mit deutlichen Worten aufgefordert, „… diese unselige Aktion zu unterlassen und die Debatte dort zu führen, wo sie hingehört“. Die KV Nordrhein bezeichnet die Aktion als Horrorszenario gegen den demokratisch gefassten Beschluss der KBV-Vertreterversammlung am 10. Mai 2010 in Dresden, „… den zu erwartenden Honorarzuwachs asymmetrisch zu verteilen.“

 

Das muss ich an dieser Stelle wohl erläutern. Es geht nicht um eine asymmetrische Verteilung des Honorars, sondern des Honorarzuwachses. Darauf hatten wir uns geeinigt, um die Quasi-Nullrunde der Honorarzuwächse im vergangenen Jahr in den „reichen Ländern“ etwas abzufedern. Da wir von wenigen kleinen Verwerfungen abgesehen insgesamt auf einem guten Niveau angekommen sind, ist das sicher verkraftbar. So hören wir von den Kollegen auch viel mehr verzweifelte Nachfragen nach einem Nachfolger als nach höherem Honorar.

 

Nehmen wir also das Bild vom Anfang wieder auf: Ja, liebe Bayern, kommt nach Sachsen und übernehmt die ausgeschriebenen Praxen, auf dass Ihr Teilhabe erlangt an den abgeflossenen Versichertengeldern! Neben den schon erwähnten Strömen aus Milch und Honig fließen hier auch gute Biere und als Alleinstellungsmerkmal wachsen bei uns bekanntlich die schönen Mädchen auf den Bäumen.

 

Also: Aufi gemma! Wo bleibts denn?

 

 

 

Mit freundlichen kollegialen Grüßen

Foto der stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Dr. Ulrike Schwäblein-Sprakfe

Signatur Schwäblein-Sprafke

 

 

 

 

 

 

 

 

Ihre Stellv. Vorstandsvorsitzende
Ulrike Schwäblein-Sprafke

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Markus Söder, bayerischer Gesundheitsminister:

„Die bayerischen Versicherten zahlen ab dem 1. Januar höhere Beiträge, aber die Leistungen erhalten die Patienten in den anderen Bundesländern.“


Quelle: Nachrichtenagentur ddp, 23.09.2010
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