Dipl.-Med. Dietmar Kuttner, FA für Allgemeinmedizin in Zittau: Ein Oberlausitzer im Deutschen Ärzteorchester
„Ein Arzt, der kein Künstler ist, ist auch kein Arzt“, behauptete einst der bekannte deutsche Schauspieler und Schriftsteller Curt Goetz. Demzufolge wäre der Zittauer Allgemeinmediziner Dietmar Kuttner ein waschechter Doktor, denn dessen Hobby Nr.1 lautet klassische Musik. Seit 40 Jahren spielt der 60-jährige Violine im „Collegium Musicum“, einem weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Zittauer Klangkörper. Seit 1994 gehört Dr. Kuttner zum Ensemble des „Deutschen Ärzteorchesters“
200 Mitglieder und eine 1. Violine aus Zittau
Nach Schätzung von Dietmar Kuttner existieren deutschlandweit mindestens 20 Ärzteorchester, auch ein Weltärzteorchester gibt es. Das Deutsche Ärzteorchester verdankt seine Gründung im Jahr 1988 dem Münchner Allgemeinarzt Dr. Dieter Pöller. Die heute ca. 200 eingeschriebenen Mitglieder sind alters- und geschlechtermäßig wie auch nach der geographischen Herkunft „bunt gemischt“, Zahnärzte, Tierärzte und Kliniker gehören ebenso dazu wie ambulant tätige Freiberufler. Dietmar Kuttner ist seit 1994 mit dabei und gehört im Klangkörper zum illustren Kreis mehrerer 1. Violinen. „Eine Empfehlung dafür braucht man nicht“, sagt der musizierende Arzt aus Zittau, „man muss eben gut genug sein.“
Nachdem der Hausarzt schon länger damit geliebäugelt hatte, nahm die Mitgliedschaft 1994 dann kurioserweise auf der griechischen Halbinsel Peloponnes feste Konturen an.
1993 fuhr das Ehepaar Kuttner auf Grund einer Annonce „Kammermusik zum Mitmachen“ nach Griechenland. „Ein Jahr später traf sich das Deutsche Ärzteorchester im gleichen Ort, da bin ich noch mal hingefahren“, erinnert sich der Doktor. Bereut hat der musikalisch vielseitig interessierte Oberlausitzer sein Engagement nicht, denn das Orchester (heute von einem freiberuflich tätigen Dirigenten geleitet), pflegt ein breites Repertoire – vom Weihnachtsoratorium bis zum Faschingskonzert, mit deutschlandweiten Auftritten. Im Mittelpunkt steht die Erarbeitung größerer sinfonischer Werke „mit schon recht hohem musikalischen Anspruch.“
Von früh um 9 bis abends um 8
Pro Jahr realisiert das Ensemble zwei bis drei große Projekte. „Jedes wird ausgeschrieben und die Interessierten bekommen dann die Noten vorher zugeschickt, um die musikalischen Anforderungen mit dem eigenen Anspruch abzugleichen.“ Wie Herr Kuttner berichtet, üben die im positiven Sinne musikbesessenen Ärztinnen und Ärzte in der Regel für jedes Konzert vorher eine Woche sehr intensiv: „Da geht es von früh um 9 bis abends um 8 durch. Hinterher machen wir noch Kammermusik“.
Arzt auf Umwegen
Zu Hause übt Dietmar Kuttner in der Regel erst nach 23 Uhr. Tagsüber verlangt die Praxis in der Zittauer Dornspachstraße ihr Recht. Diese führt er seit Januar 1991 gemeinsam mit seiner Gattin, einer FÄ für Allgemeinmedizin. Zum Team gehören noch 3 Arzthelferinnen. Der Hausarzt stammt aus dem nahe gelegenen Eckartsberg, ist also in der Oberlausitz „geerdet“. Medizin hat er in Dresden studiert, wobei ihn seine damalige Freundin und heutige Gattin praktisch für das Medizinstudium begeisterte: „Ich hatte nach meinem Abitur ein Jahr Musik studiert, musste aber aus gesundheitlichen Gründen aufgeben“, erklärt der 60-jährige den Wechsel in einen Beruf, den er sehr gern ausübt.
Die Vorliebe für die Musik scheint ja, so die Beobachtung des Hobbymusikers, unter Ärzten verbreitet zu sein: „Wenn live Musik gespielt wird, sind überproportional viele Mediziner dabei.“ Bei ihm selbst wurde dieses Interesse bereits im Elternhaus geweckt. Das Faible für die Musik scheint sich in der Familie von Dietmar Kuttner fortzupflanzen, denn zwei seiner Töchter sind heute Profimusikerinnen (Cellistin bzw. Pianistin). „Mit meinen Kindern mache ich oft bei familiären Veranstaltungen Musik“, betont der Vater. Ebenso stolz ist er auf seine beiden anderen Kinder. Sohn und Tochter haben die medizinische Laufbahn eingeschlagen – auf eine spätere Übergabe der Praxis in Familie besteht berechtigte Hoffnung.
Salon- und Kaffeehausmusik
Wie er verrät, stehen auch zukünftig im kleineren Kreis öfter Salon-, Kaffeehausmusik u. ä. auf dem Programm. Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Deutschen Ärzteorchester geht bereits im Sommer in die nächste Runde. Der musizierende Arzt freut sich schon auf die Kammermusik in der fränkischen Musikakademie Schloss Weikersheim. Nach den schönsten Konzerterlebnissen mit seinem Ensemble befragt, nennt Kuttner das 2009 in Hamburg aufgeführte Brahms-Requiem. Von seinen Patienten wissen die meisten, was ihr Doktor musikalisch so alles drauf hat. Sie schätzen ihn natürlich vor allem als Hausarzt. Da er seinem Hobby überwiegend am Wochenende frönt, kommen seine Patienten auch auf ihre Kosten.
– Öffentlichkeitsarbeit/ks –

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