„Ärztin Macht Prävention“ – Ein Aspekt eines Kongresses –

Unter diesem Motto fand vom 10. bis 13. September 2009 in Leipzig der 31. Wissenschaftliche Kongress des Deutschen Ärztinnenbundes statt. Zunehmend ergreifen Frauen medizinische Berufe. Die Präsidentin des DÄB, Dr. Astrid Bühren, forderte deshalb, „attraktive berufliche Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sich der bereits erkennbare Ärzte- und Ärztinnenmangel nicht weiter durch Abwanderung ins Ausland bzw. Flucht in alternative Berufsfelder verschärft.“
Darauf ging auch die Stellv. Vorstandsvorsitzende der KV Sachsen, Dr. Ulrike Schwäblein-Sprafke, in ihrem Grußwort ein: „Ohne uns Ärztinnen ist die medizinische Versorgung nicht machbar und gerade die Prävention ist eine Domäne der Frauen. Wenn die Medizin weiblich geworden ist, dann hat die Vereinbarkeit von Beruf und Familie einen besonderen Stellenwert.“ Die Rednerin forderte „Berechenbarkeit und Planungssicherheit, wir wollen Zeit für die Familie und Zeit für unsere Patienten.
Gerade die Niederlassung bietet mehr Chancen als die Klinik, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Meine Frage an die Politik: Wie viel medizinische Versorgung, wie viel Prävention kann und will sich die Gesellschaft leisten?“ Dass es sich dabei nicht nur um eine rhetorische Frage handelt, zeigt ein aktuelles Beispiel, welches Frau Dr. Schwäblein-Sprafke vorstellt:
„Seit dem 2. September gibt es einen Beschluss zur Versorgungssteuerung des erweiterten Bewertungsausschusses mit Stimme des angeblich unabhängigen Vorsitzenden gegen die KBV: Die Zahl der Hausärzte in Sachsen könne um 28% veringert werden, die Zahl der Fachärzte sogar um 60%, ohne dass es zu einer Beeinträchtigung der Regelversorgung käme. Wie absurd bei vollen Wartezimmern! In Sachsen seien 101 Kinderärzte überflüssig! Sachsen hat ein Kinderschutzgesetz verabschiedet, durch Datenabgleich mit den Jugendämtern und Meldepflicht der Kinderärzte soll erreicht werden, dass allen Kindern die Vorsorgeuntersuchungen zuteil werden. Eine wichtige präventive Maßnahme, aber ohne Kinderärzte?“
Von dieser völlig wirklichkeitsfremden Planung stellte die Rednerin eine Verbindung zur Situation in Leipzig vor 20 Jahren her. „Es war die Zeit, in der meine Patienten zu mir sagten, nein, Frau Doktor, am Montag können Sie mich nicht wieder bestellen, da muss ich nach Leipzig zur Demo. Lassen Sie mich dazu aus einem Gedicht von Peter Ensikat zitieren: ,Ihr habt uns vergebens belauscht und bewacht, der Leipziger Besen hat reinegemacht, wir fegen, wir fegen.‘
Hier hat sich der Kreis geschlossen, ich bin wieder bei dem Kabarettisten Ensikat: der Besen macht noch lange nicht halt, wir fegen, wir fegen.“
– Öffentlichkeitsarbeit/im –
