Selektivverträge: Verhandlungen geplatzt - Köhler: Honorarbereinigung zugunsten weniger darf nicht zulasten aller Patienten und Ärzte gehen!
„Es kann nicht sein, dass ein Arzt in Köln dafür bezahlen muss, dass die Krankenkassen mit dem Kollegen in Düsseldorf Sonderverträge abschließen, die nur einem bestimmten Patientenkreis zugute kommen. Dieses Geld fehlt für die Behandlung der überwiegenden Zahl von Patienten, die nicht an solchen Sonderversorgungsmodellen teilnehmen. Die Mehrheit müsste also Nachteile zugunsten einer Minderheit in Kauf nehmen. Einen solchen Raubbau zulasten der flächendeckenden Patientenbehandlung werden wir mit allen Mitteln bekämpfen.“ Das hat Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), heute im Anschluss einer Sitzung des Erweiterten Bewertungsausschusses in Berlin erklärt.
„Wir sind strikt dagegen, dass alle Patienten und ihre Ärzte für die Finanzierung von Sonderverträgen einzelner Krankenkassen bezahlen sollen. Ein solcher Beschluss – wie ihn die Kassen mit Zustimmung des Schlichters heute durchsetzen wollten – ist mit uns nicht machbar. Wir sind nicht bereit, Beschlüsse mitzutragen oder umzusetzen, die die Versorgungssicherheit der Patienten eindeutig gefährden. Kompromisse müssen sein. Aber nicht auf diese Weise. Deshalb haben wir heute die Sitzung des Erweiterten Bewertungsausschusses verlassen“, führte der KBV-Chef aus.
Er forderte: „Es müssen jetzt endlich wieder Vernunft und Expertenwissen bei der Umsetzung dieser Gesundheitsreform zum Einsatz kommen. Wir stehen für konstruktive und sachlich fundierte Gespräche, Entscheidungen und Kompromisse jederzeit zur Verfügung.“
(Pressemitteilung der KBV vom 22.01.09)
Nachsatz der Redaktion:
Die KV Sachsen unterstützt den Protest der KBV vollinhaltlich. In einer weiteren Pressemitteilung vom 27. Januar hat der KBV-Vorsitzende Dr. Andreas Köhler im Namen aller Kassenärztlichen Vereinigungen erklärt: „Dieser Beschluss ist formal und inhaltlich rechtswidrig und wird von uns nicht umgesetzt werden.“
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Offener Brief des KBV-Vorsitzenden an die Ärzte
Köhler: Wir werden uns für eine Überarbeitung der Regelleistungsvolumen einsetzen
Der Vorsitzende des Vorstandes der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Köhler, hat sich in einem offenen Brief an die niedergelassenen Ärzte gewandt. Darin schildert er „den tatsächlichen Ablauf der Honorarreform und die sich hieraus ergebenden Perspektiven“. Grund seien die zahlreichen Gerüchte und Fehlinformationen. „Was das neue System tatsächlich für den Quartalsumsatz Ihrer Praxis bedeutet, kann erst nach Abschluss der Abrechnung des ersten Quartals festgestellt werden“, betont Köhler in dem Schreiben. Erst dann könne man diese analysieren und – falls nötig – Korrekturen vornehmen. ...
Der Brief an die Ärzteschaft erscheint in der aktuellen Ausgabe des Deutschen Ärzteblatts (Nr. 5 vom 30. Januar 2009) sowie als Download auf der Website der KBV unter http://www.kbv.de/presse/14366.html.
(Pressemitteilung der KBV vom 29.01.09 – Auszug)
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Herbert Menzel ist neuer Präsident der GFB
Die Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände (GFB) hat ein neues Präsidium. Auf der Mitgliederversammlung am vergangenen Freitag in Berlin wählten die Mitglieder mit großer Mehrheit Dr. Herbert Menzel zum neuen Präsidenten. Er folgt auf Dr. Andreas Rüggeberg, der das Amt seit 1999 inne hatte. Menzel ist zugleich Vorsitzender des Berufsverbandes der Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Deutschlands (BPM).
„Der BPM gratuliert seinem Vorsitzenden zu diesem wichtigen Amt und wünscht
ihm eine gute Hand bei der Bündelung fachärztlicher Interessen und deren Darstellung in der Politik und der Öffentlichkeit.“, erklärte der BPM heute in Berlin. Mit der Wahl eines Psychosomatikeres zum Präsidenten komme die Einsicht zum Ausdruck, dass der psychosomatische Gesichtspunkt in der Medizin zunehmend Berücksichtigung finde.
Die GFB wolle die Wahl auch als Zeugnis ihres „ungebrochenen Anspruchs“ verstanden wissen. „die Interessen der deutschen Fachärzte nachhaltig politisch zu vertreten“, erklärt der BPM. Der neue Präsident verfügt als Vorsitzender der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin und Mitglied verschiedener Gremien der ärztlichen Selbstverwaltung über fundierte, langjährige Erfahrungen. Neue Vizepräsidenten der GFB sind Prof. Dr. Werner Schlake, Pathologe aus Münster und Dr. Frank Bergmann, Nervenarzt aus Aachen.
(änd vom 26.01.09)
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1. Bundeskongress „Papierlose Arztpraxis“
Der 1. Bundeskongress „Papierlose Arztpraxis“ mit dem Schwerpunkt „Prozessoptimierung und Versorgungsqualität“ findet am 28. Februar 2009 von 9.00 Uhr – 17.00 Uhr in der Kassenärztlichen Vereinigung, Frankfurt am Main statt. Die Teilnahmegebühr beträgt Euro 67,–. Die Zertifizierung bei der Landesärztekammer ist beantragt. Die Beteiligung der größten Praxissoftwarefirmen ist angestrebt. Vorträge und Workshops zum Thema Betriebswirtschaftliche Zukunft der Arztpraxis, Möglichkeiten und Grenzen in der Datensicherheit und sowie Tipps und Tricks von Kollegen für Kollegen zur Praxisoptimierung sind Bestandteil der Veranstaltung.
(aus einer Pressemitteilung der „Ärztlichen Arbeitsgemeinschaft Papierlose Praxis“) vom 08.01.09
Weitere Informationen zum Thema über die Webseite www.papierlose-arztpraxis.de
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Hartmannbund: Bund soll versicherungsfremde Leistungen zahlen
Der Hartmannbund fordert, dass künftig der Bund versicherungsfremde Leistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zahlt. „Wir brauchen eine nachhaltige und sachgerechte Entlastung des Systems, indem hier grundsätzlich wirklich nur noch die Heilung von Krankheiten finanziert wird“, sagt der Verbandsvorsitzende Dr. Kuno Winn. Beispielhaft für die von ihm gemeinten Leistungen nannte Winn Maßnahmen wie die künstliche Befruchtung. „Kinder sind ein freudiges Ereignis für jeden Einzelnen und keine Krankheit. Vor allem aber liegt die Geburt von Kindern auch im gesamtgesellschaftlichen Interesse“, sagt Winn.
Das Vorhaben der Bundesregierung, den GKV-Beitragssatz durch den Zufluss von Steuergeldern zu senken, stieß auf Kritik. Dies führe, wie in der Vergangenheit, zu einer „Politik nach Kassenlage“, so Winn. Er rechnet damit, dass die gesetzlichen Krankenkassen durch seinen Vorschlag um jährlich mehrere Milliarden Euro entlastet werden könnten.
(Pressemitteilung des Hartmannbundes, 09. Januar)
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Erneut kassenartenübergreifende Fusion
Die Vereinigte Innungskrankenkasse (IKK) und die Signal Iduna Betriebskrankenkasse (BKK) fusionieren zum 1. Februar. Damit ist es erneut zu einer kassenartenübergreifenden Fusion gekommen, die der Gesetzgeber erst mit dem Wettbewerbsstärkungsgesetz in der gesetzlichen Krankenversicherung ermöglicht hat. Die neue Kasse mit dem Namen „Signal Iduna IKK“ hat über eine Million Versicherte, 140 Service-Center und ein Haushaltsvolumen von zwei Milliarden Euro. Mit dem Zusammenschluss will die neue Kasse „Ihre Marktposition durch attraktive, zielgruppenspezifische Angebote erhöhen“, wie Reinhold Schulte, Vorstandsvorsitzender der Signal Iduna Gruppe, und Dr. Torsten Leonhard, Vorstandsvorsitzender der Vereinigten IKK, sagten. Geplant ist zudem, die Kooperation zwischen der Signal Iduna Gruppe und der neuen Innungskrankenkasse für private Zusatzprodukte weiter auszubauen.
(Pressemitteilung der Vereinigten IKK, 09. Januar)
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