Nachgefragt bei „Klartext“
Im Rahmen der festen Rubrik „Der KBV-Kopf“ stellte sich der Vorstandsvorsitzende der KV Sachsen, Dr. Klaus Heckemann, in der Januarausgabe der von der KBV herausgegebenen Zeitung folgenden Fragen der Redaktion:
1. Was betreiben Sie an gesundheitlicher Prävention?
Ich rede mir ein: „Es gibt nur positiven Stress.“
2. Und an politischer Prävention?
Niemals einer politischen Partei beitreten.
3. Welchen Gesprächspartnern würden Sie gerne in einer Talkshow begegnen?
Ludger Stratmann, Eckart von Hirschhausen und Georg Ringsgwandl.
4. Was würden Sie Ulla Schmidt zum Geburtstag schenken?
Eine einwöchige Hospitation als Arzthelferin in einer zufällig ausgewählten deutschen Arztpraxis.
5. Ihre persönliche Positivliste?
Eine einige deutsche Ärzteschaft.
6. Worauf reagieren Sie allergisch?
Auf Populisten (besonders die mit Fliege).
7. Im Gesundheitswesen muss sich immer mehr eingeschränkt werden. Woran sparen Sie persönlich?
An beschönigenden Floskeln, und zwar nicht erst, wenn es nichts mehr schönzureden gibt.
8. Ihre Therapie fürs deutsche Gesundheitssystem?
Eine hoch differenzierte und sozial gestaffelte Eigenbeteiligung der Patienten für alle in Anspruch genommenen Leistungen. Mit dem Ziel, das System zu erhalten.
9. Ihre größte Fehldiagnose?
Die Diagnose Fairness. Ich hatte die Erwartung, dass die Politik nicht so unfair sein kann, die Integration der Psychotherapie in das KV-System dauerhaft zulasten der Ärzte zu finanzieren.
10. Eine Sonderbriefmarke zum Thema Gesundheit – wer oder was sollte darauf abgebildet sein?
Ein Känguru, denn das ist in der Lage, mit leerem Beutel große Sprünge zu machen.
(Nachdruck mit freundlicher Genehmigung der KLARTEXT-Redaktion)
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Pro und Contra in Leserbriefen
Zum Leserbrief in den KVS-Mitteilungen 01/2009 erreichte uns folgender Brief :
Sehr geehrte Mitglieder der Redaktion,
anonyme Briefe wie auf Seite 14 Ihrer Mitteilungen werden normalerweise in seriösen Zeitschriften nicht veröffentlicht. Wer auch immer der Autor sein mag, Zweifel an der Wahrhaftigkeit des Artikels kommen bei mir sehr wohl auf. Die Argumentationen dieses „Fachkollegen“ sind für mich nicht nachvollziehbar und entsprechen sicher nicht der Meinung der sächsischen Hausärzte. Ich bitte Sie, zukünftig von der Veröffentlichung anonymer Briefe abzusehen, sie sind das Papier nicht wert,
welches von den Mitgliedern der KVS finanziert wird. Für eine Mitteilung des Autors wäre ich Ihnen dankbar.
Mit kollegialen Grüßen
Dr. Jerusel
Facharzt für Allgemeinmedizin
Glück-Auf-Weg 2 A, 04567 Kitzscher
Wir bedauern, dass der Absender des Januarbriefes (Name ist der Redaktion bekannt) anonym bleiben möchte, müssen es aber respektieren. Herr Dr. Quart aus Bischofswerda hat uns autorisiert, seinen Namen zu veröffentlichen. Seinen Leserbrief drucken wir nachfolgend ab. Die Redaktion.
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Divide et impera und Bauernfängerei – Offener Brief an die sächsischen Ärztinnen und Ärzte
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
seit 40 Jahren bin ich im Gesundheitswesen tätig und habe dabei gelernt, dass wir nur gemeinsam mit allen Bereichen und Fachrichtungen unsere Patienten erfolgreich versorgen können. Das System benötigt Generalisten und Spezialisten. Die Achtung der Arbeit aller Beteiligten ist die Basis gedeihlicher Zusammenarbeit.
Seit der Wende habe ich erlebt, dass es nur einer einigen Ärzteschaft gelingen kann, Freiheit bzw. Freiberuflichkeit zu erhalten. Diverse Gesundheitspolitiker versuchen deshalb diese Einigkeit zu durchbrechen; allein mit dem Ziel, uns zu billig eingekauften Vollstreckern ihrer nicht immer ehrenwerten Ziele zu machen.
Leider müssen wir beobachten, dass sich einzelne Gruppen ködern lassen und die kollegiale Phalanx verlassen wollen. Wenn dies gelingen sollte, haben wir bald Unfrieden und Streit zwischen Klinik und Ambulanz, Fachgruppe gegen Fachgruppe und am Ende jeder gegen jeden. Die Patienten würden vollends auf der Strecke bleiben und wir werden irgendwann in einer fremdbestimmten, unfreien Struktur ein würdeloses Dasein fristen.
Die KV ist für uns die Institution, die uns in den letzten 19 Jahren als verbindendes Element der niedergelassenen Ärzte begleitet hat. Sie ist so gut wie sie unsere Selbstverwaltung hat werden lassen. Wer sie optimieren möchte, hat die Möglichkeit, dies im Rahmen der verfassten Struktur zu tun und sei dazu aufgerufen.
Wer, wie der sächsische Hausärzteverband, für ein paar kurzfristige Silberlinge die kollegiale Solidarität verlassen will, wird in Zukunft neben dem Verlust an Freiheit auch noch finanzielle Verluste erleiden. Liebe Kolleginnen und Kollegen aus der Allgemeinmedizin, überdenken Sie auch die Unterschrift unter die Generalvollmacht, die Ihnen der Sächsische Hausärzteverband abverlangt; bewahren Sie sich die Reste Ihrer Freiheit und verbleiben Sie in einem System mit gesamtärztlicher Solidarität. Wir sollten alle gemeinsam um ein gerechtes Honorarsystem kämpfen, Pauschalen sind leistungs- und qualitätsfeindlich und können von den Kassen beliebig nach Finanzlage gekürzt werden.
Wir sollten eine Honorarbemessung anstreben, welche die direkte ärztliche Arbeitszeit sowie den personellen und materiellen Aufwand erfasst und daraus allgemeingültige Einzelleistungsvergütungen berechnen. Bitte arbeiten Sie daran streitbar mit.
Mit der Hoffnung auf ein weiteres kollegiales Miteinander
Ihr Rolf Peter Quart
(Herr Dr. Quart ist als Praktischer Arzt in Bischofswerda tätig – die Redaktion)
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