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Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm: MR Dr. med. Detlef Schlegel und Dr. med. Axel Schlegel, Hausärzte in Dresden

Detlef und Axel Schlegel schauen sich ein Kniegelenk an

MR Dr. med. Detlef Schlegel führt eine hausärztliche Praxis in Dresden. Als Sportarzt betreut er seit über 30 Jahren Spitzenathleten in der Leichtathletik. Sein Sohn, Dr. med. Axel Schlegel, arbeitet als angestellter Arzt in der väterlichen Praxis. Als Teamarzt der Dresdner Eislöwen in der 2. Eishockey-Bundesliga tritt er auch „sportlich“ in die Fußstapfen des Seniors. „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ – ein Sprichwort, wie gemacht für die Schlegels.

 

Autogrammwand und Eishockeyplakate

 

In den Praxisräumen verraten eine überdimensionale Autogrammwand mit den Unterschriften von Europa- und Weltmeistern, Eishockeyplakate und anderes mehr über die „Nebenjobs“ der Ärzte. Dr. Detlef Schlegel wechselte 1969 gleich nach abgeschlossenem Medizinstudium 1969 in das DDR-bekannte sportmedizinische Rehabilitationszentrum Kreischa. Seine Sportarztkarriere in der Leichtathletik startete der Dresdner 1977 im Sportclub Einheit Dresden. Es folgte der Schritt als medizinischer Betreuer in das DDR-Nationalteam. Nach der Wende griff der Deutsche Leichtathletikverband gern auf den immensen Erfahrungsschatz von Dr. Schlegel Senior zurück.

Detlef Schlegel vor einer Autogrammwand

Junior Axel wollte nach eigener Aussage „schon immer Arzt werden.“ Die Liebe zum Sport entdeckte er ebenfalls frühzeitig. Schon als Kind war er bei Großveranstaltungen wie DDR-Leichtathletikmeisterschaften im Dresdner Steyerstadion an der Seite seines Vaters. Allerdings fühlte er sich mehr noch zum Eishockey hingezogen. Als die Dresdner Eislöwen 2004 einen neuen Teamarzt suchten, tauschte der langjährige Fan seinen Stammplatz auf der Tribüne mit dem verantwortungsvollen Platz unmittelbar an der Bande.

 

Athen und Bundesligaaufstieg

 

Die Teamärzte verbinden schöne Erinnerungen mit ihrem Sport. „Als Salz in der Suppe“ bezeichnet der 65-jährige Detlef Schlegel die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen 2004, mit der „einzigartigen Atmosphäre“ in Athen. Axel Schlegel blickt besonders gern in die Saison 2004/2005 zurück, als den Eislöwen „endlich im 3. Anlauf das Kunststück Aufstieg in die 2. Bundesliga gelangt.“

 

Jede Sportart besitzt aus Sicht der Mediziner ihre Spezifika. „Wenn sich einer eine Achillessehne in der Leichtathletik oder beim Eishockey zerreißt, ist die Therapie letztendlich die gleiche, aber die anschließende Rehabilitation oder Wiedereingliederung unterscheiden sich schon,“ urteilt der „Leichtathletikmediziner“. Ein hohes medizinisches Fachwissen allerdings reicht in keinem Fall aus, betonen beide. Man muss großes Interesse für die Sportart mitbringen und die Sprache der Sportler sprechen. „Gerade bei Mannschaftssportarten gehörst du quasi zur Familie“, weiß der 36-jährige „Eishockeymediziner“ aus Erfahrung.

 

Mit 57 Jahren auf die Schulbank

 

Den Schritt in die Selbstständigkeit wagte Dr. Detlef Schlegel 1996 mit der Gründung einer Niederlassung in Dresden. 2003 bezog er dann die heutigen, noch besser geeigneten Räume in der Eisenstuckstraße „weil da schon abzusehen war, dass unser Sohn die Praxis mal übernimmt und ich ihn ausbilden will“. Dafür setzte sich Vater Schlegel mit 57 Jahren noch mal auf die Schulbank, um den Facharzt für Allgemeinmedizin“ zu erwerben.

 

Als medizinischer Betreuer möchte der „Jung-Rentner“ Schlegel 2009 seine internationale Karriere mit dem Höhepunkt Leichtatlethik-WM in Berlin beenden und auch in der Praxis kürzer treten. Dr. Axel Schlegel heißt dann hier der Chef. Der FA für Innere Medizin und Allgemeinmedizin begann seine Ausbildung beim Vater vor drei Jahren. Seit 2006 gehört er als angestellter Facharzt zu dem kleinen eingespielten Team, das von Schwester Ina Steinmann vervollständigt wird – selbstverständlich ebenfalls total sportbegeistert.

Gute Ergänzung

 

Mit der vertauschten Chef-Rolle sehen die Schlegels keine Probleme. „Wir ähneln uns auch beim medizinischen Herangehen sehr und ergänzen uns gut“, sagt Dr. Axel Schlegel: „Der Vater ist auf sportmedizinischer Ebene voraus, ich bin durch meine Krankenhausausbildung geschulter.“ Weil bei den Schlegels „der Apfel nicht weit vom Stamm fällt“, konnten sie ihr Nachfolgeproblem innerfamiliär regeln.

 

Was aber kann aus ihrer Sicht einen Medizinstudenten an der Niederlassung reizen? „Man kann hier eigenverantwortlich arbeiten und es ist immer wieder spannend, sich mit den Patienten eine Strategie von der Diagnose bis zur Therapie aufzubauen“, liefert der überzeugte Hausarzt Dr. Detlef Schlegel ein Argument. Dr. Axel Schlegel gefällt, dass er die Patienten in der Niederlassung im Unterschied zum Krankenhaus über einen sehr langen Zeitraum begleitet. Darüber hinaus imponiert ihm auch die „Dankbarkeit von Patienten, wenn man sich nicht nur um die Pillen kümmert, sondern auch mal Zeit für ein offenes Wort findet.“

 

– Öffentlichkeitsarbeit/ks –

Ein sportbegeistertes Team: Die Schlegels und Schwester Ina
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