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Dr. med. Steffen Tröger und Dipl.-Med. Jürgen Schwemmer: Verzahnung ambulanz-stationär via Rockband

Bild der „42a“ in Aktion (vorn links Jürgen Schwemmer, rechts Dr. Steffen Tröger)

Einen studierten Mediziner sucht man in der bekannten Rockband „Die Ärzte“ vergebens. Es geht auch anders. Das beweisen Dr. Steffen Tröger und Dipl.-Med. Jürgen Schwemmer, zwei waschrechte Sachsen. Beide sind Fachärzte für Innere Medizin in eigener Niederlassung. Tröger praktiziert in Chemnitz, Schwemmer in Mittweida. Zusammen spielen sie in der Rockband „42a“. Warum die so heißt, dazu später.

 

Start mit Gartenparty

 

Der musikbegeisterte Jürgen Schwemmer hatte gemeinsam mit Freunden die Idee, eine Rockband zu gründen. Also lud er im Sommer 2000 Interessierte zu einer Gartenparty ein. Und sie kamen. So etwa nach dem Motto: „Ich hab da mal Schlagzeug gespielt, kann ich hier mitmachen?“ Dr. Steffen Tröger stieg drei Jahre später ein, brachte u. a. eine gute Stimme mit. Heute besteht die Band aus 7 Leuten. Dazu gehören neben den zwei Niedergelassenen – als Verstärkung aus dem stationären Sektor – ein Pädiater und ein Anästhesist. Bei den Musikern funktioniert also die Verzahnung ambulant – stationär. Die Truppe komplettieren ein Pharmareferent, der Mitinhaber eines Modegeschäftes sowie ein Feuerwehrmann.

 

Eigener Stil

 

Folk-Rock, Folk-Blues, liedhaft, deutsch-englisch gemischt, aber auf eigene Art gemacht. Das sind Stichworte, mit denen der 53-jährige Jürgen Schwemmer den Stil der Band umschreibt. Ein Lied des leider viel zu früh verstorbenen Rockpoeten Gerhard Gundermann, von der Band mit einer leichten Blues-Note versehen, das z.B. trifft den Geschmack der Hobby-Musiker. Das „produktive Miteinander“ der Truppe umschreibt Dr. Steffen Tröger: „Über die Richtung streiten wir schon mal. Jetzt sind wir aber auf dem Stand, dass wir mehr textlastig arbeiten und auf eine wirkliche Aussage der Lieder achten.“ Lachend fügt der 44-jährige hinzu: „Meist haben fast alle den gleichen Geschmack, die anderen müssen mitmachen.“

 

Eigene CD

 

Nach eigener Aussage betreiben die Musiker ihr Hobby „ziemlich ernsthaft.“ Die Band reifte in den Jahren, lernte über die Beherrschung der eigenen Instrumente hinaus eine Menge hinzu; z. B. über Arrangement und Liedaufbau. Die Zeit des „nur Nachspielens“ liegt längst hinter ihnen. Anfang April 2007 begann die Band in einem Dresdner Studio unter professionellen Bedingungen mit der Produktion einer eigenen CD, die Ende des Jahres fertig gestellt werden soll. Eine neue hochinteressante Erfahrung für alle.

 

Teddys auf der Bühne

 

Auch für die 7 Sachsen gilt natürlich: Applaus ist das Brot des Künstlers. „Kürzlich spielten wir zum Klinikjubiläum in Mittweida vor 650 Leuten“, erinnert sich Jürgen Schwemmer gern. „Da flogen die Teddys auf die Bühne wie bei einem Konzert der Großen.“ Als Ärzte mussten die hauptberuflichen Mediziner während eines Auftrittes bisher noch nicht einspringen, Kurioses gab es trotzdem. Als sie zum „Urologen-Fußball-Cup“ in Chemnitz aufspielten, „stand die Feuerwehr plötzlich vor der Tür, weil unsere Beleuchtungsanlage den Rauchmelder ausgelöst hatte“, erzählt Dr. Steffen Tröger.

 

Bei einem Auftritt anlässlich einer Privatparty blieben Bandmitglieder samt Equipment nachts halb drei im Fahrstuhl stecken.

 

Probenkeller in der 42a

 

Die genannte Uhrzeit lässt erahnen, es handelt sich um ein zeitaufwändiges Hobby, zumal die Proben oft auch bis Mitternacht gehen. Familienkrach inklusive? „Wir haben sehr verständnisvolle Frauen, sonst würde es nicht funktionieren, gibt Jürgen Schwemmer Entwarnung. Klampfen, Mundharmonika oder Schlagzeug können also auch zukünftig jeden zweiten Montag im „Probenkeller“ des Schwemmerschen Anwesens in Mittweida „unbelastet“ erklingen. Das Einfamilienhaus liegt in der 16.000 Einwohnerkreisstadt im Zschopautal etwas abseits auf der Höhe und fast im Grünen. Von den Nachbarn sind bisher jedenfalls keine Beschwerden bekannt. Die Hausnummer 42a lieferte – hier des Rätsels Lösung – den (originellen) Namen für die Band.

 

Horizonterweiterung

 

Die beiden niedergelassenen Ärzte verstehen ihr Hobby als Entspannung zu einem langen Arbeitstag in der Praxis. „Es ist viel Frust in der Medizin. Vor allem über das, was sich in der Gesundheitspolitik tut. Da ist so eine kleine Nische zum Abschalten nicht schlecht“, meint Jürgen Schwemmer. Steffen Tröger sieht darüber hinaus die Musik als Horizonterweiterung: „Nur mit Ärzten über medizinische Themen sprechen, da wären wir alle ein bisschen ärmer.“ Die „Jungs“ von der „Band 42a“ werden demnächst wieder bei sachsenweiten Veranstaltungen ihr Können zeigen. Die Auftrittsplanung steht auf jeden Fall schon bis zum Herbst.

 

Öffentlichkeitsarbeit/im