Die Grundlagen von KV-SafeNet wurden 2005 auf Initiative der Kassenärztlichen Vereinigungen Bayerns, Nordrhein und Westfalen-Lippe entwickelt und werden in Form einer Richtlinie beschrieben, die die sichere Anbindung der Arztpraxen an die KV regelt. Nach dieser Richtlinie wurden Anbieter von Telekommunikationsdiensten (Provider) in einem aufwändigen Verfahren zertifiziert, um die strengsten Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit im Gesundheitswesen sicherzustellen. Diese zertifizierten Provider dürfen Ärzte an die KV anbinden, die Ärzte und die Provider werden Vertragspartner. Die KVen sind dabei selbst nicht Betreiber des jeweiligen KV-SafeNet. Die gesammelten sehr guten Erfahrungen mit dem KV-SafeNet waren für die Kassenärztliche Bundesvereinigung Anlass, das Konzept KV-Online-Initiative ins Leben zu rufen und für KV-SafeNet eine neue Rahmenrichtlinie für eine medizinische Netz-/DiensteInfrastruktur zu verfassen. Mittlerweile sind alle Kassenärztlichen Vereinigungen der Online-Initiative der KBV beigetreten und untereinander über das so genannte KV-Backbone vernetzt.
Wie funktioniert KV-SafeNet?
Mittels einer „Blackbox“ baut der SafeNet-Teilnehmer (Arzt oder Praxis) verschlüsselte VPN-Verbindungen (Virtual Private Network) zum Rechenzentrum der KV Sachsen auf. Diese VPN-Verbindungen basieren auf Techniken und Protokollen des Internets, werden aber durch hochwertige Sicherheitsmechanismen vom öffentlichen Internet getrennt. Dafür kann vorzugsweise ein vorhandener DSL-Anschluss genutzt werden (abhängig vom Provider), der für zukünftige Online-Dienste die nötige Bandbreite bietet. Ebenso ist KV-SafeNet über ISDN oder UMTS in Gebieten möglich, die noch nicht vom DSL erschlossen sind. Die Anbindung der Arztpraxis erfordert keinen Zweitrechner, d.h., der Rechner, auf dem auch die Praxissoftware läuft, kann bedenkenlos an das KV-SafeNet angeschlossen werden. Hierfür sprechen sich auch die Bundesärztekammer und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) aus, die im Mai 2008 eine Empfehlung1 veröffentlicht haben, dass Praxisrechner, die Patientendaten verwalten, über gesicherte Anbindungen wie das KV-SafeNet angeschlossen werden können.
Wichtig: Wird der Praxis-PC oder das Praxisnetz zusätzlich zum KV-SafeNet an das Internet angeschlossen, kann KV-SafeNet nicht verhindern, dass quasi durch die Hintertür schädliche Software in den Praxis-PC oder das Praxisnetz geschleust wird.
Wir empfehlen deshalb eine strikte Trennung von Praxis-PC oder Praxisnetz vom Internet.
Welche Anschlussvariante ist sicher?
Falls eine vollständige Trennung nach Abb. 1 nicht zu realisieren ist, gibt es Möglichkeiten, das Praxisnetz durch hochwertige Sicherheitsmaßnahmen (Firewall, Virenscanner u.ä.) zu schützen. Diese Möglichkeiten werden im Dokument „Sicherheitsanforderungen für SafeNet-Arbeitsplätze” auf der KBV Webseite unter „http://www.kbv.de/ 13816.html“ beschrieben.
Wozu wird KV-SafeNet benötigt?
Wie bereits in unserer Ausgabe 7-8/2009 angekündigt, will die KV Sachsen mit Start zum 01.04.2010 ihren Mitgliedern über ein neu erstelltes Mitgliederportal die Möglichkeit zur Online-Abgabe der Abrechnung sowie des elektronischen Versandes des Honorarbescheides und der begründenden Honorarunterlagen anbieten. Dies wird aus Datenschutzgründen nur über das KV-SafeNet möglich sein.
Weiterhin wird es in der nächsten Zeit mit einem Mail-Dienst im KV-SafeNet möglich sein, verschlüsselte Mails zu verschicken. Dieser Mail-Dienst wird zwei entscheidende Vorteile haben. Erstens können über diesen Mail-Dienst keine Spam-Mails aus dem Internet verschickt werden und zweitens findet die Datenübertragung verschlüsselt statt.
Somit ist es für Ärzte möglich, Dokumente untereinander gesichert auszutauschen.
Was kostet KV-SafeNet?
Die Kostenübersicht der KV-SafeNet-Provider und deren Kontaktdaten finden Sie auf der Website der Kassenärztlichen Bundesvereinigung unter www.kbv.de/23800.html
*1) Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung Empfehlungen zur Ärztlichen Schweigepflicht, Datenschutz und Datenverarbeitung in der Arztpraxis, Deutsches Ärzteblatt vom 9. Mai 2008
– EDV/heil –
Abb. 1
Internetrechner hat hier keinen Anschluss zum Praxisnetz: Das Angriffspotenzial ist sehr niedrig, die Sicherheit ist sehr hoch

Abb. 2
Praxisnetz ist hier mit dem KV-SafeNet und dem Internet verbunden: Das Angriffspotenzial ist sehr hoch, die Sicherheit ist sehr niedrig. Die KV Sachsen empfiehlt, diese Anschlussvariante nicht einzusetzen.
