Sie befinden sich hier: Startseite » Aktuell » Aktuelle Nachrichten und Themen » Verordnung von Impfstoffen zu Lasten der GKV

Verordnung von Impfstoffen zu Lasten der GKV

13.11.2017

Grundsätzlich wird Impfstoff auf Muster 16 gemäß der folgenden Regelungen über den Sprechstundenbedarf verordnet:

  • Bundesweite Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) werden in der Schutzimpfungs-Richtlinie aufgenommen und in Sachsen in der Impfvereinbarung - Pflichtleistungen geregelt. Die Verordnung erfolgt über den Sprechstundenbedarf zu Lasten der AOK PLUS (Kostenträgerkennung: 107299005). Es sind die Ziffern 8 und 9 einzutragen.
  • Die Empfehlungen der Sächsischen Impfkommission (SIKO) können von einzelnen Krankenkassen in deren Satzung aufgenommen werden. Sofern entsprechende Impfungen mit der KV Sachsen verhandelt wurden, werden diese in der Impfvereinbarung - Satzungsleistungen geregelt. Die Verordnung erfolgt über den Sprechstundenbedarf zu Lasten der KV Sachsen (Kostenträgerkennung: 331460748). Es sind die Ziffern 8 und 9 einzutragen.

Die patientenkonkrete Verordnung von Impfstoffen auf Muster 16 erfolgt nur:

  • bei Reiseschutzimpfungen zu Lasten der BIG direkt gesund, TK, Knappschaft und pronova BKK. Diese Krankenkassen haben über die in ihrer Satzung zum Reiseschutz aufgenommenen Impfungen eine Vereinbarung mit der KV Sachsen abgeschlossen. Die Impfstoffe werden auf den Namen des Versicherten zu Lasten der jeweiligen Krankenkasse verordnet. Die Verordnungen sind (außer zu Lasten der Techniker Krankenkasse) gebührenfrei und die Ziffer 8 ist einzutragen.

    Bei Reiseschutzimpfungen, die nicht mit der KV Sachsen verhandelt wurden, sind sowohl der Impfstoff als auch die ärztliche Leistung privat zu liquidieren.
  • bei der HPV-Impfung als Satzungsleistung  für Frauen ab vollendetem 18. bis vollendetem 26. Lebensjahr, die bei der BIG direkt gesund oder der pronova BKK versichert sind.

Sonderfälle:

  • Schutzimpfungen im Verletzungsfall (Tetanus, Tollwut)
    Impfstoff für aktive Schutzimpfungen ist patientenkonkret mit Kennzeichnung der Ziffer 8 auf Muster 16 zu verordnen. Als kurative Leistung gelten Impfungen, deren Applikation im unmittelbaren Zusammenhang mit einer Verletzung bzw. Exposition erfolgt. Hier erfolgt die Leistungserbringung gemäß EBM. Wenn jedoch gleichzeitig weitere, rein präventive Impfungen vorgenommen werden (z. B. Diphtherie), kann sowohl der Impfstoff als auch die ärztliche Leistung gemäß Impfvereinbarung abgerechnet werden 
  • Immunglobuline sind keine Impfstoffe
    In der Regel werden Immunglobuline patientenkonkret zu Lasten der jeweiligen Krankenkasse verordnet. Eine Ausnahme stellen Tetanus-Immunglobulin und Anti-D-Immunglobulin zur Rhesusprophylaxe dar. Diese können gemäß Sprechstundenbedarfsvereinbarung Anlage 1 Punkt 6d  zu Lasten der AOK PLUS (Kennzeichnung der Ziffer 9) verordnet werden.

Die aktuelle Arbeitshilfe „Gesamtübersicht Schutzimpfungen“ finden Sie unter www.kvsachsen.de > Mitglieder > Impfen > Gesamtübersicht Schutzimpfungen.

Bitte beachten Sie auch die Regelungen bei Verordnungen zu Lasten besonderer Kostenträger.

                                                                                  - Verordnungs- und Prüfwesen/st -


Ihre Ansprechpartner