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Neue Sprechstundenbedarfsvereinbarung
seit 1. Oktober 2011 in Kraft

Änderung der Verordnungsweise von Impfstoffen

Die Landesverbände der Krankenkassen und die Ersatzkassen in Sachsen (LVSK) und die KV Sachsen haben sich auf Änderungen im Sprechstundenbedarf geeinigt. Die Vereinbarung selbst setzt auf der 3. Protokollnotiz zur vorher geltenden Sprechstundenbedarfsvereinbarung (SSBV) auf und bringt insbesondere in folgenden Bereichen Neuerungen mit sich:

Die Verordnung von Impfstoffen erfolgt ab sofort nur noch für Pflichtleistungen (Impfungen nach der Schutzimpfungs-RL) ohne Namensnennung zu Lasten der AOK PLUS. Bei diesen Verordnungen sind künftig die Markierungsfelder „8“ und „9“ durch Kreuz oder Zifferneintrag zu kennzeichnen. Impfstoffe, die auf der Grundlage von Satzungsregelungen zum Einsatz kommen sollen, sind - soweit eine Zusatzvereinbarung mit der KV Sachsen abgeschlossen wurde - patientenkonkret zu Lasten der betreffenden Kasse auf Muster 16 (hier nur Feld „8“ und nicht zusätzlich Feld „9“ kennzeichnen) zu verordnen. Das gilt auch für Reiseschutzimpfungen. 

Konkret betrifft es hauptsächlich die in der nachstehenden Tabelle aufgeführten Impfungen. Umgekehrt kommt die patientenkonkrete Verordnung in der Regel nicht in Betracht für Influenza-Impfstoffe, für vorgeschriebene Kinderschutzimpfungen sowie für typische Kombi-Impfungen.

Gibt es eine solche Zusatzvereinbarung nicht, ist ein Privatrezept auszustellen. Diese Zusatzvereinbarungen finden Sie auf unserer Internetseite unter "Mitglieder" --> "Verträge" --> Buchstabe "I". Darüber hinaus sind die neuen Regelungen zu Impfstoffverordnungen in unsere "Gesamtübersicht Schutzimpfungen" eingearbeitet worden, welche den KVS-Mitteilungen im November beiliegen wird. Die „Impfvereinbarung Sachsen“ sowie die diesbezüglichen Zusatzvereinbarungen zwischen der/den jeweiligen Krankenkasse(n) und der KV Sachsen werden derzeit entsprechend angepasst.

Die sächsischen Vertragsärzte sollen darüber hinaus Vorbestellungen für Impfstoffe bei den pharmazeutischen Herstellern vermeiden und – soweit keine medizinischen Gründe dagegen sprechen – den Impfstoff ohne konkrete Produktnennung verordnen (z. B. Influenza-Spaltimpfstoff Saison 2011/2012). 

Neben redaktionellen Klarstellungen wurde die Anlage 1 um weitere Artikel/Mittel ergänzt. Dabei konnten unter anderem Clips zur Blutstillung, halb- bzw. vollautomatische Biopsiesysteme bei erforderlichem Einsatz von Coaxial- und Biopsienadel und Urethradruckprofilkatheter (UDP-Katheter) in die SSBV aufgenommen werden.

Wir weisen an dieser Stelle vorsorglich darauf hin, dass für diese Artikel/Mittel damit zwar grundsätzlich die Verordnungsfähigkeit im SSB gegeben ist; jedoch im Einzelfall zu prüfen ist, ob sie bereits mit der Gebühr abgegolten sind bzw. ob mit der konkreten Produktauswahl das Wirtschaftlichkeitsgebot gewahrt bleibt. 

Die Vereinbarung ist zum 1. Oktober 2011 in Kraft getreten, befindet sich derzeit im Unterschriftsverfahren und wird im Internet bereits vorab veröffentlicht. Nach Abschluss des Unterschriftsverfahrens wird sie in den KVS-Mitteilungen als Einleger veröffentlicht.